Zevener Geschichtsvortrag am 8. März 2019: "Es gibt unter der Sonne kein gefährlicheres Volk als die Engländer"

Veröffentlicht am: 05.03.2019

» Es gibt unter der Sonne kein gefährlicheres Volk als die Engländer «

Schon einmal ein Brexit (?) - der Hundertjährige Krieg und seine Folgen

Museum Kloster Zeven Am kommenden Freitag wird die langjährige und beliebte Reihe der „Zevener  Geschichtsvorträge“ mit Professor Dr. h.c. Biegel fortgesetzt. Der erste diesjährige Vortragsabend findet am 8. März im Schöffensaal des Museum Kloster Zeven statt. Da das Museum über einen Aufzug verfügt, ist der Vortragsraum für alle Interessierten erreichbar.

Von 1337 bis 1453 wütete in Frankreich, Südengland, Flandern und Spanien ein Konflikt, den die Geschichtswissenschaft rückblickend als Hundertjährigen Krieg bezeichnet und an dessen Ende England seine sämtlichen Besitzungen auf dem Kontinent verloren hatte. Es war zurückgeworfen auf die Insel und dazu meinte im 20. Jahrhundert General de Gaulle: »England ist ein Inselstaat, ausgerichtet auf die See.«

Der Hundertjährige Krieg bezeichnet eine Epoche, in der die englischen Könige versuchten, ihre Ansprüche auf den französischen Thron mit Gewalt durchzusetzen. Offizielle Ausgangspunkt und Vorwand war das Problem der französischen Thronfolge im 14. Jahrhundert. Nach dem Tod des letzten Kapetinger, Karl IV., der ohne direkten Nachfolger verstarb, forderten  zeitgleich zwei Kandidaten den Thron für sich: Philipp VI. aus dem Haus Valois und der englische König Eduard III. Für Frankreich bestand in diesem Krieg schließlich die Gefahr der Besetzung durch England, zumal das Land selbst vor einer inneren Zerreißprobe stand. Mehrere Niederlagen der französischen Armee, innere Aufstände verbissene Kämpfe zwischen dem Haus Orléans und den Burgundern verschärften die Entwicklung. Die Engländer besetzten zunächst große Teile Frankreichs und im Vertrag von Troyes (1420) wurde der englische König Heinrich V. zum Regent Frankreichs sowie Erbe der französischen Krone ernannt, während sich der Thronanwärter aus dem Haus Valois nur noch im Süden Frankreichs behaupten konnte. Dann änderte das Auftreten von Jeanne d'Arc überraschend die Lage. Ihr gelang es, nationale Gefühle und neue Hoffnung im Volk zu wecken. Unter ihrer Begleitung gelangen der französischen Armee eine Reihe bedeutender Siege und Karl VII. wurde 1429 in Reims feierlich gekrönt. Am Ende aber verloren die Engländer alle französischen Gebiete und mussten sich auf die Insel zurückziehen, was heutige Betrachter wie einen Brexit anmutet. Der Hundertjährige Krieg war ein dynastischer, noch kein Nationenkrieg. In seiner Folge jedoch wurde für England die Grundlage für eine nationale Identität gelegt, die England bis heute prägt.

Eine Entwicklung, die im Vortrag am Freitag, den 08.03.2019, um 19 Uhr im Schöffensaal des Museum Kloster Zeven näher betrachtet werden soll.

Die Veranstaltung wird von der vhs Zeven und dem Museum Kloster Zeven in Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig durchgeführt.