Stadt Zeven hilft Insekten und Wildtieren

Veröffentlicht am: 07.05.2019

Die Stadt Zeven möchte einen Beitrag zum Artenschutz leisten. Sie stellt zukünftig unverpachtete Äcker für Blühfelder „auf Zeit“ zur Verfügung. Der Verwaltungsausschuss der Stadt Zeven hat dies jüngst beschlossen.

Die Stadt Zeven hat im Rahmen der Siedlungsentwicklung größeren Bedarf an Flächen. Hierzu kauft die Stadt Zeven Flächen an, um diese später entsprechend zu nutzen. Bisher wurden diese bis zur geplanten Siedlungs- oder Kompensationsnutzung oftmals als intensiv landwirtschaftlich genutzte Fläche verpachtet. Zukünftig sollen genau diese Flächen zwischenzeitlich als Blühfelder angelegt werden. Der Verwaltungsausschuss der Stadt Zeven hat dies in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Geplant ist, dass diese den örtlichen Naturschutzverbänden oder Vereinen zunächst zur Verfügung gestellt werden.

„Die Zevener Verwaltung hat hierzu Kriterien erarbeitet, die einen größtmöglichen Gewinn für den Artenschutz erzielen sollen“, so Mathias Holsten aus dem Fachbereich Bau, Planung Umwelt der Samtgemeindeverwaltung. Dem städtischen Umwelt- und Wegeausschuss werden die Kriterien wie Mindestgrößen, Abstand zu befahrenen Straßen, Verfügbarkeit aber auch agrarstrukturelle Belangen nun zur Beratung vorgelegt. Die Blühflächen sollen mit zweijährigen Mischungen und im dritten Jahr neu angesät werden, um einen ganzjährigen Blütenreichtum zu gewährleisten. Damit haben auch viele Wildkräuter und Wildbienen die Möglichkeit zur Entwicklung bzw. Überwinterung. Grundsätzlich bleiben diese Flächen im zweiten Jahr als unbearbeitete Blühfläche liegen, so dass diese Jungtiere oder Nester ausreichenden Schutz und Lebensraum als „Kinderstube“ bieten.  Vergleichbar ist diese Vorgehensweise mit dem  Blühstreifenprojekt der Jägerschaft Zeven. Mit dieser Art der besonderen „Zwischennutzung“ können neben der angesäten Blühmischung auch natürliche Ackerwildkräuter zur Blüte kommen und ein langjähriger Blühaspekt für eine Vielzahl von Insekten zur Verfügung stehen.

Kooperationspartner sollen die örtlichen Naturschutzvereine und -verbände, wie beispielsweise Imker, Jäger und Nabu. werden. So können Synergieeffekte gewährleistet sowie eine breite Akzeptanz und Unterstützung in der Bevölkerung erzeugt werden. Die Stadt Zeven stellt die Flächen kostenfrei „nach dem Windhund-Prinzip“ zur Verfügung.  Die Kosten z.B. für Saatgut, Einsaat und Wiederherstellung des Ackerzustandes etc. sind durch den entsprechenden Verein zu tragen. Eine wiederkehrende Bearbeitung der Flächen ist notwendig, damit die Flächen nach dieser Zwischennutzung ihrem ursprünglichen Ziel entsprechend entwickelt werden können. „Man muss also von einem Lebensraum auf Zeit sprechen“, so  Henning Fricke, Stadtdirektor der Stadt Zeven, und wünscht sich, dass die Gemeinden Elsdorf, Heeslingen und Gyhum noch nachziehen werden.