Corona: Allgemeinverfügung für die Gemeinde Gnarrenburg

Veröffentlicht am: 08.10.2020

Der Landkreis hat für das Gebiet der Einheitsgemeinde Gnarrenburg eine Allgemeinverfügung erlassen mit der Maßnahmen festgelegt werden, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus dort zu verhindern. Ziel ist es, mit Einschränkungen für einen kurzen Zeitraum in einem bestimmten Gebiet, eine weitere Ausbreitung auf das gesamte Kreisgebiet zu verhindern und damit auch stärkere Einschränkungen für alle Menschen im Landkreis zu umgehen.

Seit dem 2. Oktober ist in der Gemeinde die Anzahl der Nachweise von Infektionen mit SARS-CoV-2 stark gestiegen. Innerhalb von 7 Tagen wurden 27 Fälle registriert (Stand 8.10.2020). Die Allgemeinverfügung gilt ab heute bis einschließlich 25. Oktober 2020. Für das gesamte Kreisgebiet liegt die 7-Tages-Inzidenz zurzeit bei 26 Personen pro 100.000 Einwohner, also unter dem in der Pandemiebekämpfung definierten Schwellenwert, doch auf dem Gebiet der Einheitsgemeinde Gnarrenburg ist es in den letzten Tagen zu einem besonders intensiven Anstieg der Fallzahlen gekommen.
Eine Beschränkung auf einen näher eingrenzbaren Personenkreis, wie bei den vorherigen Clustern, ist derzeit nicht erkennbar. Es ist mit weiteren, noch nicht erkannten Infektionen zu rechnen. Die Entwicklung des Infektionsgeschehens ist ohne zusätzliche Einschränkungen offensichtlich nicht zu verlangsamen oder zu unterbrechen. Aufgrund dieser Lage hat sich der Landkreis entschieden, für das Gebiet der Gemeinde Gnarrenburg eine Allgemeinverfügung erlassen.

Mit der Allgemeinverfügung werden Zusammenkünfte und Ansammlungen in privaten Räumlichkeiten, auf privaten Grundstücken sowie im öffentlichen Raum auf höchstens zwei Personen begrenzt. Angehörige und Einzelpersonen aus zwei Hausständen sind davon ausgenommen. Feiern wie beispielsweise Hochzeiten, Taufen und ähnlichem sowie Beerdigungen sind zulässig. Hier ist die Teilnehmerzahl aber auf 50 Personen begrenzt. Vereinstreffen, mit Ausnahme von kommunalen Vertretungen sind nicht möglich. Sport ist nur zulässig, wenn dieser kontaktlos mit einem Abstand von zwei Metern zu anderen Person durchgeführt werden kann. Mannschaftssport ist damit untersagt. Der genaue Wortlaut der Allgemeinverfügung kann unter www.lk-row.de/corona abgerufen werden.

„Mit der Einschränkung der sozialen Kontakte will der Landkreis eine weitere Ausbreitung der Fallzahlen über das Gebiet der Gemeinde Gnarrenburg hinaus verhindern. Bei diesem Cluster ist zu erkennen, dass sich das Virus insbesondere durch die vielen Kontakte im privaten Bereich schnell verbreitet hat.“, so Landrat Luttmann. Sollten die bisherigen Kontaktmöglichkeiten ohne zusätzliche Einschränkungen weiter bestehen bleiben, ist die Infektionskette laut Gesundheitsamt wohl nicht zu verlangsamen oder zu unterbrechen. „Ich kann nur immer wieder an alle Bürgerinnen und Bürger appellieren, überall die AHA-Regeln einzuhalten. Das gilt besonders für den privaten Bereich. Dieses Cluster führt uns noch einmal vor Augen, wie schnell sich das Virus verbreitet und wie leichtfertig viele Menschen in den letzten Wochen mit den Kontaktbeschränkungen umgegangen sind. So ein Cluster kann überall entstehen, niemand sollte sich durch die niedrigen Zahlen in seiner Gemeinde zu unvorsichtigem Handeln verleiten lassen. Der heute bekannt gewordene weitere Todesfall in Zusammenhang mit Corona zeigt leider sehr deutlich, dass das Virus für bestimmte Personengruppen sehr gefährlich ist.“

Axel Renken, Bürgermeister der Gemeinde Gnarrenburg ergänzt, „Wir arbeiten eng mit dem Landkreis zusammen und werden mit ihm und der Polizei die Umsetzung der Allgemeinverfügung begleiten. Gemeinsam können wir es schaffen, die Ausbreitung des Coronavirus in unserer Gemeinde einzudämmen. Am wichtigsten ist jedoch die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger durch Einhalten der Vorgaben in den nächsten 14 Tagen. Nur so können wir wieder in Richtung einer normalisierten Infektionslage kommen, um weitergehende Einschränkungen zu verhindern.“


Cluster Gemeinde Gnarrenburg
Seit dem 2. Oktober 2020 ist die Anzahl der Nachweise von Infektionen mit SARS-CoV-2 in der Einheitsgemeinde Gnarrenburg stark gestiegen. Als Ausbreitungsherd hat sich eine private Feier herauskristallisiert, von der aus es zu mehreren Folgefällen im weiteren Umfeld der Feiernden mit Ausbreitung insbesondere in die Gemeinde hinein und zum Teil auch darüber hinaus gekommen ist. Durch die Teilnahme an weiteren Veranstaltungen (Konfirmationen, Mannschaftssport etc.) ist es zu einem besonders intensiven Anstieg von Verbreitungsmöglichkeiten gekommen. Die Ermittlungen dauern noch an. Eine Beschränkung auf einen näher eingrenzbaren Personenkreis ist derzeit nicht erkennbar und es ist mit weiteren, noch nicht erkannten Infektionen zu rechnen.

Trotz der Vorgaben der Niedersächsischen Corona-Verordnung und des Vorliegens von Hygienekonzepten konnte eine Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 im Bereich der Einheitsgemeinde Gnarrenburg nicht verhindert werden.

Begrenzte Maßnahmen für einen begrenzten Zeitraum
Nach Analyse der Experten des Gesundheitsamtes ist zu befürchten, dass ohne weitere Maßnahmen der Fallanstieg nicht auf die Einheitsgemeinde Gnarrenburg beschränkt bleibt, sondern zu einem allgemeinen Anstieg der Inzidenz im Landkreis Rotenburg (Wümme) führt. Darum sind begrenzte Maßnahmen der Kontaktbeschränkung erforderlich, um eine weitere Ausbreitung der Infektionen auch in räumlicher Hinsicht sowie einen weiteren Anstieg der 7-Tages-Inzidenz zu verhindern.

Die umzusetzenden Maßnahmen sind nach fachlicher Risikobewertung auch zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems und Eindämmung der Verbreitung zwingend erforderlich und in diesem Stadium noch erfolgversprechend möglich. Die notwendigen und differenzierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung in besonderen Bereichen der Gesellschaft in der betroffenen Gemeinde dienen ebenfalls der Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems im gesamten Landkreis Rotenburg (Wümme) über einen absehbar längeren Zeitraum hinaus.