Anhaltend hohes Infektionsgeschehen - Kontakte auf wenige Personen begrenzen

Veröffentlicht am: 11.12.2020

Trotz des seit Anfang November angeordneten Teil-Lockdowns bleiben die Zahlen der Corona-Neuinfektionen auch im Landkreis stabil auf einem hohen Niveau. Die Nachverfolgung der Kontakte gelingt unter Einsatz aller Kräfte, wobei keine Spielräume nach oben mehr gegeben sind. Deshalb sind die Bürgerinnen und Bürger gefordert, auch über die Feiertage die Kontakte stark einzuschränken.

Läuft alles weiter, ansteigende Zahlen Anfang des Jahres erwartet
Angesichts dieser Situation, in der zunehmend auch Senioren- und Pflegeheime sowie sonstige Gemeinschaftseinrichtungen betroffen sind, sieht das Gesundheitsamt die Notwendigkeit einer stringenteren Umsetzung der Kontaktbeschränkungen. „Wenn alle so weitermachen wie in den letzten Wochen und dann über die Feiertage die Kontaktbeschränkungen gelockert werden, werden wir es im Januar und Februar mit einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen und auch der Todesfälle zu tun haben.“, sagt die leitende Amtsärztin Carmen Menzel.

Berechnungen Leopoldina
Diese These wird gestützt durch Berechnungen der Wissenschaftsakademie Leopoldina, die am 8. Dezember eine Ad-hoc-Stellungnahme herausgab. Dort wird festgestellt, dass die Krankenhäuser und Gesundheitsämter bereits jetzt an der Grenze des Leistbaren stehen und einer Dauerbelastung auf diesem Niveau nicht standhalten könnten. Das seien „sehr ungünstige Ausgangsbedingungen für die Feiertage und den Winter“. Die gegenwärtigen Maßnahmen würden nicht ausreichen, um gut über den Winter zu kommen.

Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel bergen hingegen mit ihren traditionell verstärkten und engen sozialen Kontakten große Risiken für eine weitere Verschlechterung der Infektionslage. Gleichzeitig könne die „Zeit der Entschleunigung“ aber auch eine Chance zur Eindämmung der Pandemie bieten. Dafür sei es notwendig, dass „wir auch im privaten Umfeld äußerste Achtsamkeit und Vorsicht walten lassen“.

Kontakte auf einige wenige Personen begrenzen
Landrat Luttmann fordert deshalb die Bürgerinnen und Bürger eindringlich auf, die Kontakte während der gesamten Feiertage, einschließlich Silvester, auf einen sehr engen, auf wenige Personen begrenzten Familien- oder Freundeskreis zu begrenzen, der über den gesamten Zeitraum unverändert bleibt. „Unabhängig von den sich noch ändernden Regelung der Landesregierung sagt uns der gesunde Menschenverstand, dass es so nicht bleiben kann und die Kontakte weiter eingeschränkt werden müssen. Ansonsten wird es im Januar und Februar eine steigende Zahl von Fällen und auch Verstorbenen geben und es möchte doch wirklich keiner von uns, dass es seine eigenen Familienmitglieder oder Freunde trifft.“

Die Wissenschaftsakademie Leopoldina empfiehlt:

  • Jeder/jede sollte mit den Menschen im engsten Kontaktkreis vorher vereinbaren, wie man sich gegenseitig schützt.
  • Die wirkungsvollsten Mittel im Umgang mit dem Virus sind Mund-Nasen-Schutz, Abstand, Hygiene und Lüften. Es ist besonders wichtig, auch mit nahestehenden Menschen diese Regeln einzuhalten. Darüber hinaus ist es sinnvoll, wo immer möglich, gemeinsame Aktivitäten ins Freie zu verlegen und Gedränge, Gruppen und Situationen, in denen laut gesprochen oder gesungen wird, zu vermeiden.
  • Wer Menschen aus Risikogruppen — z. B. ältere Menschen — persönlich trifft, muss dabei äußerste Vorsicht walten lassen. Das bedeutet insbesondere, vorher 10 Tage lang in Quarantäne zu gehen und während des eigentlichen Treffens soweit möglich Abstand zu halten, Mund-Nasen-Schutz zu tragen und zu lüften.
  • Auch bei nur leichten Symptomen, also auch bei Erkältungssymptomen, sollte zum Schutz der anderen für mindestens 5 Tage auf jeden Kontakt verzichtet werden.
  • Antigen-Schnelltests alleine sind keine hinreichende Absicherung für die Feiertage. Sie bilden nur eine Momentaufnahme der Viruslast der getesteten Person. Ein negatives Ergebnis eines solchen Tests hat nur eine Gültigkeit von etwa einem Tag.