Verbesserung der Kooperation zum Schutz von Kindern und Jugendlichen

Veröffentlicht am: 29.06.2021

Gruppenbild Kooperation Polizei_Landkreis Kinder_Jugendschutz© Landkreis Rotenburg (Wümme) Um das Wohl von Kindern und Jugendlichen im Landkreis effektiv und nachhaltig zu schützen, ist zwischen dem Jugendamt des Landkreises und der Polizei eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit unerlässlich. Vor diesem Hintergrund haben beide Institutionen gemeinsam eine Kooperationsvereinbarung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor körperlicher Gewalt und sexuellem Missbrauch erarbeitet, die heute von Landrat Hermann Luttmann und Polizeidirektor Torsten Oestmann unterzeichnet wurde.

Mit der Vereinbarung werden verbindliche Verfahrensweisen und Handlungsstandards zum Informationsaustausch zwischen den Kooperationspartnern festgelegt. Die Kenntnis und Akzeptanz sowie das Respektieren des jeweiligen Auftrages des Kooperationspartners soll erhöht und die zwischen der Polizei und dem Landkreis vertrauensvolle Kooperation auf diesem Wege bestärkt werden.

„Die Sicherstellung eines effektiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen hat für den Landkreis oberste Priorität. Voraussetzung für ein schnelles und abgestimmtes Handeln sind einheitliche und strukturierte Verfahren zum Vorgehen. Diese Vereinbarung ist ein weiterer Baustein für einen Institutionsübergreifenden Kinderschutz im Landkreis.“, so Landrat Luttmann.

Polizeidirektor Oestmann ergänzt dazu: “Auch wenn wir aktuell eine sehr gute Zusammenarbeit und Austausch zwischen dem Landkreis und der Polizei feststellen, macht es doch Sinn, grundlegende Verfahrensschritte eindeutig und schriftlich zu vereinbaren. Hierdurch wird beiden Institutionen mehr Handlungssicherheit gegeben. Mögliche Fehlerquellen werden so von Vornherein ausgeschlossen.“

Hintergrund
Anfang 2019 wurde bekannt, dass auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde gegen eine große Anzahl von Kindern langjährig sexualisierte Gewalt ausgeübt wurde. Der Haupttäter wurde später unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs in 223 Fällen verurteilt.  Der Fall erlangte bundesweit Aufmerksamkeit. Neben den beteiligten Jugendämtern gerieten auch die Strafermittlungsbehörden in die Kritik. Im Abschlussbericht der eingesetzten so genannte Lügde-Kommission werden Empfehlungen zur Zusammenarbeit zwischen den Jugendämtern und der Polizei ausgesprochen. Die seit Jahren bestehende Zusammenarbeit des Landkreises und der Polizei wurde unter Einbindung dieser Empfehlungen nun als Kooperationsvereinbarung verschriftlicht.

Bild: (v.l.) Fabian Bernert (Polizei), Ute Schwiebert (Polizei), Torsten Oestmann (Polizeidirektor), Imke Colshorn (Landkreis), Landrat Hermann Luttmann, Ulrike Helle (Landkreis)