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„Tuchfühlung“, Malerei von Tine Pockels

TinePockelsPressebild19© Foto: Coladose, Christine Pockels Die Malerin Tine Pockels, 1959 in Hamburg geboren, hat schon in jugendlichen Jahren begeistert ihre Umwelt zeichnend erfasst und nachgebildet. Dass bei der Zeichnung letztlich mehr als nur die reine Abbildung entsteht, dass man sozusagen zum Wesen der Dinge durchdringen kann, hat sie schon damals fasziniert und gereizt. Während ihres Kunststudiums in Ottersberg, ab Mitte der 80er Jahre, war es dann die Wirkung der Farben, die faszinierte und lange Zeit widmete sie sich ausschließlich und intensiv der abstrakten Malerei.
Erst Jahre später hat sie für sich die Gegenständlichkeit als Inspirationsquelle wiederentdeckt. Dabei ist es vor allem der Reiz der Stofflichkeit mit seinen unterschiedlichen Oberflächen und deren Beschaffenheit im Spiel des Lichtes, welches die Künstlerin jetzt in ihren Bann zieht.
Das kann tatsächlich wie bei den alten holländischen Meistern der Faltenwurf eines Samtstoffes sein, aber ebenso eine abgetragene Jeans oder das zerknüllte Handtuch in der Ecke.

Der Ausstellungstitel „Tuchfühlung“ könnte hier fast wörtlich genommen werden. Aber auch im übertragenen Sinne wird der Titel den ausgestellten Werken gerecht: Den Dingen „ganz nah“ kommen oder mit den Dingen „in Berührung“, also in engeren Kontakt kommen. Es könnte auch heißen, „sich von den Dingen berühren“ zu lassen. Vielleicht sogar durch die Oberfläche durchzudringen und mehr zu erfahren als der äußere Schein zunächst zeigt.

Außer Stoffe werden auch der Natur entlehnte Oberflächen, wie die von Gemüse oder Gras akribisch untersucht und gemalt. Genaugenommen scheint Tine Pockels sich für die Oberfläche und Stofflichkeit aller Dinge zu interessieren. Das kann auch glänzende Plastikfolie, lichtdurchlässiges Cellophan oder wie im Bild eine zerknüllte Coladose sein. Gerade die alltäglichen Dinge, die wir normalerweise gar nicht mehr bewusst betrachten, vielleicht sogar als Abfall entsorgen, bekommen ihre besondere Aufmerksamkeit. Deutlich werden dabei die Freude am Detail und der verschärfte Blick für das unauffällig Alltägliche in unserer Umgebung. Und tatsächlich entfaltet sich hier beim genauen Hinsehen eine ungeahnte Schönheit. So kann z.B. zerknülltes Cellophan leicht mal zu einer verzauberten Gebirgslandschaft werden.

Dabei wählt die Künstlerin gerne eine extreme Nahsicht, wodurch sich eine ausschnitthafte, fast schon wieder abstrakte Komposition ergibt. Wichtiges Element bleibt immer das Licht, mit seinem hellen Glanz und Reflexionen, aber auch mit seinen tiefgründigen dunklen Schattenseiten. Es zeigt eine Spannung zwischen hellen Erhöhungen und geheimnisvollen Abgründen. Hierdurch wird die Plastizität des Stoffes oder des Gegenstandes erst richtig hervorgeholt und erscheint zum Anfassen real. Zu leicht verfallen wir dieser Illusion der Dreidimensionalität, wäre da nicht bei genauem Hinschauen noch etwas anderes. Nicht selten, scheinen sich Stoffe und Gegenstände am unteren Ende des Bildes schon wieder aufzulösen, zu verfließen, wobei sogar einzelne Farbtropfen nach unten laufen. Hier wird bewusst die naturalistische Darstellung unterwandert, vielleicht sogar die Sicht auf die Realität der sichtbaren Dinge hinterfragt.

Die Ausstellung „Tuchfühlung“ mit Malerei von Tine Pockels in der Städtischen Galerie im Königin-Christinen-Haus in Zeven wird am ersten Advent, Sonntag den 1. Dezember eröffnet.

Jedermann ist herzlichst willkommen, der Eintritt ist frei.

Die Winterausstellung bleibt vom 1. Dezember bis zum 23. Februar 2020 in der Städtischen Galerie im Königin-Christinen-Haus, Lindenstraße 11 in Zeven zu sehen. Öffnungszeiten sind sonntags und donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Gruppen, Schulklassen und Führungen sind zusätzlich nach Vereinbarung möglich: Tel. 04281 / 999800.

Bild: „Coladose II“, Öl auf Leinwand, 140x90 cm, 2016. (Foto: Tine Pockels)

www.tine-pockels.de


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Frühling  01.03.2020 - 31.05.2020

"FOLDING CONCEPT", Bilder von Barbara Rosengarth

Pli 1419_Ausschnitt© Acryl/LW auf Holzkörper, Foto: Björn Behrens Zum Beginn ihrer Laufbahn als Malerin hat Barbara Rosengarth gemusterte Stoffe und deren Faltenwurf akribisch abgemalt. Doch schon bald wurde vereinfacht und abstrahiert bzw. auf das Wesentliche reduziert. Ein faszinierendes, nie enden wollendes Spiel mit

Muster und geometrischen Formenreihungen in vielfachen Variationen und fein abgestimmten Farbkontrasten begann und hält bis heute an. Der ursprüngliche Faltenwurf blieb aber als „Faltung“ erhalten und sorgt für kleine Brüche oder Störungen in den durchgehenden Muster-Ordnungen. Diese kleinen Verschiebungen in der seriell gereihten Symmetrie können sogar ein Bild zum Flimmern bringen. In jedem Fall bringen sie, ähnlich wie in der Musik, Bewegung in einen bestehenden Rhythmus. Diese Irritationen sorgen aber auch für Spannung und Abwechslung. Sie fordern zum genauen Hinsehen auf und lassen das forschende Auge im Bilde herumwandern, entdecken und genießen.

Bild: Pli 1419, Acryl/LW auf Holzkörper, 2019, 120 x 100 cm (Ausschnitt). Foto: Björn Behrens

www.barbararosengarth.de

 


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