Ausstellungen und Veranstaltungen

Aktuell - Vorschau - Rückschau

Aktuell

Das Königin-Christinen-Haus kann unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandsvorschriften allein, zu zweit oder als Familie wieder besucht werden.

"FOLDING CONCEPT", Bilder von Barbara Rosengarth

Pli 1419_Ausschnitt© Acryl/LW auf Holzkörper, Foto: Björn Behrens

Die 1964 in Münster geborene und heute in Bremen lebende Malerin Barbara Rosengarth spielt ein faszinierendes Spiel mit grafischen Mustern und geometrischen Formenreihungen in unendlichen Variationen und fein abgestimmten Farbkontrasten. Frei von jeder erkennbaren Gegenständlichkeit reihen sich Punkte, Quadrate oder Dreiecke zu rhythmischen Strukturen. Zunächst fast unbemerkt, fallen bei eingehender Betrachtung kleine Sprünge und Verschiebungen auf. Scheinbar gleichmäßige Flächen sind unterbrochen und werden zu subtilen, differenzierten Kompositionen, die unser Auge zum genauen Hinsehen herausfordern.

Manchmal könnten die grafischen Muster an gewebte oder bedruckte Stoffbahnen oder Gardinen erinnern. Tatsächlich ist die Künstlerin mit Textilien und Stoffbahnen groß geworden, war doch ihre Großmutter eine professionelle Schneiderin und auch ihre Mutter vielfach mit Näh- und Stickarbeiten beschäftigt. Zu Beginn ihrer malerischen Laufbahn hat Barbara Rosengarth auch wirklich gemusterte Stoffe und deren Faltenwurf akribisch abgemalt. Doch schon bald wurde vereinfacht, abstrahiert bzw. bis auf das Wesentliche, auf Farben, Formen und Rhythmus reduziert. Der ursprüngliche Faltenwurf blieb aber als „Faltung“ erhalten. Diese sorgt nun für die kleinen Brüche oder Störungen in den durchgehenden Muster-Ordnungen. Diese Irritationen in der seriell gereihten Symmetrie bringen -ähnlich wie in der Musik- Bewegung, Spannung und Abwechslung in den bestehenden Rhythmus. Sie fordern zum genauen Hinsehen auf und lassen das forschende Auge im Bilde herumwandern, entdecken und genießen. Oder wie die Künstlerin es formuliert: „Wie bei einer sich leicht bewegenden Wasseroberfläche, geraten die Formen in Schwingung. Changierende Farben und Richtungswechsel erzeugen eine vibrierende Oberfläche“.

Wie der Ausstellungstitel vermuten lässt, sind diese Faltungen zum Konzept in Rosengarths Malerei geworden. Alle Bilder, die seit 2001 wie in einer endlosen Serie entstanden sind, bekamen den Titel „Pli“, französisch für „Falte“, oder als Abkürzung von „Plissee“ (gefalteter Stoff). Angehängt wird der laufende Nummer und das Entstehungsjahr. So ist „Pli 1419“ (Abbildung) das 14. Bild aus dem Jahre 2019.

Gemalt wird immer noch akribisch. Früher mit Öl auf Nessel, heute bevorzugt mit Acryl auf Leinwand oder auf sorgsam glatt grundierten Holzpanelen. Aber wie die Künstlerin sagt: „Das Streben nach Genauigkeit wird ad absurdum geführt, denn die handwerkliche Arbeit vermag niemals absolute Perfektion zu erreichen“. Statt toten, glatten Oberflächen entstehen durchaus lebendige Oberflächen, teilweise sogar mit deutlichen Pinselduktus. Lasierende Schichten lassen zudem feine Farbnuancierungen und changierende Farbflächen entstehen.

Um ein Spiel mit Rhythmus geht es auch bei der Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, den 1. März ab 14.30 in der Städtischen Galerie im Königin-Christinen-Haus in Zeven. Um 15 Uhr spielen die Musiker und Multipercussionisten Moritz Koch (Frankfurt) und Alejandro Sarriegui (Mainz). Zur Aufführung kommen die Stücke „two together“ von Matthias Kaul und „Retrouvailles“ von Georges Aperghis. Zwischendurch gibt es ein Künstlergespräch mit Barbara Rosengarth und den Kurator Jan Jaap Roosing. Jedermann ist herzlichst willkommen, der Eintritt ist frei.

Die Frühlingsausstellung bleibt vom 1. März bis zum 23. August 2020 in der Städtischen Galerie im Königin-Christinen-Haus, Lindenstraße 11 in Zeven zu sehen. Öffnungszeiten sind sonntags und donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandsvorschriften kann die Ausstellung allein, zu zweit oder als Familie besucht werden. Aufgrund der Corona-Pandemie sind Gruppen, Schulklassen und Führungen zurzeit nicht möglich.

Bild: „Pli 1419“, Acryl/LW auf Holzkörper, 2019, 120 x 100 cm (Ausschnitt). Foto: Björn Behrens

www.barbararosengarth.de


Vorschau

 
 Herbst 06.09.2020 - 29.11.2020

Sommerausstellung der Bildhauerei mit Alfred Meyer (Bassum)

TIERFIGUREN von Alfred Meyer

Tierfigur Großer Tiger© Großer Tiger, Daniel Zimdars Alfred Meyer (geboren 1941) lebt und arbeitet im Wohnheim der Lebenshilfe in Bassum. Seit vielen Jahren fertigt er seine farbenfrohen Figuren aus Pappmaché auf einem Gestell aus Draht und Holz, die anschließend mit Acryl bemalt und mit Bootslack versiegelt werden. Dabei sind es vor allem wilde Tiere, aber auch Haustiere wie Hunde oder Hühner oder sogar Fantasiegestalten, die ihn begeistern und inspirieren. Der Künstler beeindruckt mit seiner ganz eigenen direkten und unverstellten Sichtweise. Seine Skulpturen faszinieren durch ihre typische Eigenart, die immer das Wesentliche und den Charakter des Tieres zeigen. Zusätzlich zu den Figuren gibt es kleine persönliche Geschichten von Träumen, Farben, Ideen oder Vorfällen, die zu deren Entstehung beigetragen haben. (https://www.youtube.com/watch?v=09Iy8Eex-Iw)

Jan Jaap Roosing

Bild:Großer Tiger, Pappmaché, 130 x 80 cm (Fotograf: Daniel Zimdars)

Winter 6.12.2020 - 28.02.2021

Winterausstellung der Malerei von Elfi Wiese (Horstedt)

Neue Landschaft“

Elfi Wiese© Marokko, E. Wiese  Die Malerin Elfi Wiese aus Horstedt könnte man auch als Forscherin bezeichnen, die experimentell auf einer Leinwand mit Farben und Formen auf Entdeckungsreise geht. Dabei ist die Künstlerin - wie sie selbst sagt - immer bestrebt „durch Kontrastierung und Harmonisierung unterschiedlicher Form/Farbelementen“ letztendlich zu einem „stimmigen Gesamtbild“ zu gelangen. Wer nun aber klassische Landschaftsbilder erwartet, wird sich wundern. Bei ihrer „Neuen Landschaft“ geht es vielmehr um künstlerische Annäherungen, um Landschaft-Stimmungen und den Versuch, die Atmosphäre, Luft, Duft und Farben einer Landschaft einzufangen. Ausgangsbasis sind meist Erdproben oder Sand, die bei Spaziergängen und auf Reisen in verschiedensten realen Landschaften gesammelt werden.

Jan Jaap Roosing

www.elfiwiese.de

Bild: Marokko (Ausschnitt), Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 100 cm, 2017, Foto: E. Wiese

 


Rückschau

2020

2019

2018