Revue zum Frauentag

Veröffentlicht am: 11.03.2020

Angebissen2_Foto Klare© Roland Klare „Die Gleichberechtigung der Frau ist salonfähig geworden“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Zeven. Dies betrifft nicht nur die Nachrichten der öffentlich-rechtlichen Sender, sondern am 14. März auch den Rathaussaal in Zeven. Mit der literarisch-musikalischen Revue „Angebissen“ will sie den Frauentag in diesem Jahr mit größerem Publikum feiern.

Seit 1921 wird der Internationale Frauentag jährlich begangen, erstmals fand er am 19. März 1911 statt. Er entstand als Initiative sozialistischer Organisationen im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. Viele der Ziele sind seitdem erreicht worden, aber es bleibt im „praktischen Leben“ trotz allem noch immer bei traditionellen Rollenbildern und Ungleichgewichten in Verantwortungsübergabe und Selbstdarstellung. Und damit gibt es immer noch etwas nachzuholen.

Die Entwicklung der letzten 100 Jahre Frauengeschichte nimmt Jutta Seifert am Samstag, 14. März ab 19.30 Uhr im Ratssaal aufs Korn. Es darf gelacht werden, gelegentlich mag es sich bei den Besucherinnen auch um Galgenhumor handeln. Seifert beschreibt beispielsweise, unsere Großmütter vor hundert Jahren aus der engen Verschnürung ihrer Korsetts befreiten – und dies nicht nur, weil man ohne besser Charleston tanzen konnte. Sie erwähnt auch die Trümmerfrauen und die Zeit der Petticoats und später, wie die Frau, die in den 80ern studiert, trotz allem an die gläserne Decke der Karriereleiter stößt. Da hieß es dann: „Der schlimmste weibliche Fehler ist der Mangel an Größenwahn“. Spannend, ob die Alleindarstellerin schon zu der neuesten Entwicklung der Parität in bei den Wahlen oder zum Equal Pay Day Glossen bereithält. Jedenfalls ist es ihre Spezialität, mit den Klischees zu spielen.

„Erfahren Sie Pikantes und Unbekanntes über williges Fleisch und schwaches Gemüse, über Brautsträuße und die Tragik von Abschiedsgeschenken“, so der Ankündigungstext.

Mit Texten von Djuna Barnes bis Lisa Fitz, von Kurt Tucholsky bis Katja Kullmann geht die  Schauspielerin Jutta Seifert diesen und anderen Themen in ihrer kleinen Revue, lesend, singend und spielend auf den Grund. Und auch hier geht es nicht ganz ohne Klischee: Unterstützung erhält sie von ihrem Partner Roland Klare bei der Technik.

Im Anschluss an die Revue, für die beim Bürgerservice im Rathaus Karten im Vorverkauf bereitliegen, besteht die Möglichkeit zu einem gemütlichen Austausch bei einem kleinen Snack.