Zahl der SGB-II Empfänger im Mai weiter gestiegen

Veröffentlicht am: 03.06.2020

Die Zahl der SGB-II Empfänger ist im Mai erneut gestiegen, 60 weitere Personen wurden vom Jobcenter des Landkreises erfasst, so dass in diesem Monat die Zahl der Langzeitarbeitslosen insgesamt bei 2.018 Personen liegt. Im Landkreis zeigen sich damit die Folgen der Corona-Pandemie, die Zahlen haben sich hier allerdings nur leicht erhöht.

Die Arbeitslosenquote lag im Januar und Februar bei 2,1 %, sank dann im März auf 2,0 %, stieg dann im April wieder auf 2,1 % und liegt im Mai nun bei 2,2 %. Zum Vergleich, die Quote im Mai 2019 lag ebenfalls bei 2,2 %. Diese Zahlen liegen weit unter der im März vorgenommenen Schätzung zur Entwicklung der folgenden Monate und sind im Verhältnis zu denen der Bundesagentur für Arbeit eher gering.

Schaut man sich die Entwicklung der Personen im SGB-II Bezug der letzten beiden Jahre von Januar bis Mai an, erfolgte für diesen Zeitraum in 2019 eine Steigerung von 133 Personen, in 2020 wurden 360 Personen mehr gemeldet. Für die Bedarfsgemeinschaften ergibt sich für 2019 eine Steigerung um 73, in 2020 um 189.

Die Hintergründe der Antragstellungen sind vielfältig: Selbstständige, die ihr Gewerbe nicht mehr ausüben können und kein Einkommen mehr haben, Bezieher von Kurzarbeitergeld (Anträge auf aufstockende Leistungen), ehemalige Arbeitslosengeld I-Bezieher und ehemalige SGB II Kunden, die erst kürzlich integriert, aber wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie entlassen wurden. Die Vermittlung von Arbeitsstellen stagniert zurzeit, aber vereinzelt werden immer noch Bewerber vermittelt.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich die Auswirkungen der Pandemie ebenfalls auf den Ausbildungsmarkt erstrecken. Das Jobcenter hat festgestellt, dass Ausbildungsbetriebe mitteilen, Ausbildungsaufnahmen in den Jahren 2020 und 2021 restriktiv vornehmen und zugunsten der Betriebssicherung ganz oder teilweise auf neue Auszubildende verzichten zu wollen.

„Die Zahlen der beiden Jahre können natürlich nicht eins zu eins verglichen werden, weil die Wirtschaft im Landkreis sich in den beiden Jahren unterschiedlich entwickelt hat und die Saisonbeschäftigung auch Schwankungen unterworfen ist. Die Zahlen steigen bisher aber erfreulicherweise nicht so stark wie vermutet, eventuell kann sich der Markt in unserem Landkreis durch das wieder aufgenommene Saisongeschäft leicht erholen. Die Auswirkungen sind aber zurzeit noch nicht absehbar und eine abschließende Aussage dazu kann frühestens im nächsten Jahr getroffen werden.“, so Landrat Luttmann im Hinblick auf die aktuellen Zahlen.

Gregor Stein, der Leiter des Jobcenters ergänzt, „Viele Unternehmen warten jetzt erst einmal ab, wie sich die Lage entwickelt und sind vorrangig damit beschäftigt, den Betrieb am Laufenden zu halten. Wir hoffen darauf, dass zumindest für den Ausbildungsbereich neue staatliche Programme aufgelegt werden, so dass es wieder attraktiv wird, junge Leute auszubilden und ihnen eine Zukunft zu bieten.“ Landrat Luttmann appelliert an die Arbeitgeber, doch noch einmal genau abzuwägen, ob es nicht doch sinnvoll und möglich sei, einen Ausbildungsplatz anzubieten. „Coronabedingt sind mehr Jugendliche als sonst zurzeit noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz und viele gut qualifizierte Bewerber warten auf eine Chance zu zeigen, was in ihnen steckt.“

Beide betonen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter alle Anträge schnell und gründlich bearbeitet haben, so dass kein großer Rückstau entstanden sei. „Wir arbeiten serviceorientiert und haben Verständnis dafür, dass unsere Kunden in diesen besonderen Zeiten manchmal wenig Geduld und existenzielle Sorgen haben. Einige Pressemitteilungen und Berichte haben den Eindruck erweckt, dass ein informeller Antrag eingereicht werden muss und dann das Geld mit vollem Betrag sofort ausgezahlt wird. Natürlich prüfen wir die Anträge aber weiterhin und brauchen dafür eine gewisse Bearbeitungszeit.“, wirbt Gregor Stein um Verständnis.