Zeven

16.10.2018 / Zevener Geschichtsvorträge am 19. Oktober 2018: Zwischen Revolution und Räterepublik


Das Ende des Ersten Weltkriegs und die Anfänge der Zwischenkriegszeit zwischen Braunschweig, Zeven und Bremen

Am kommenden Freitag wird die langjährige und beliebte Reihe der „Zevener Geschichtsvorträge“ mit Professor Dr. h.c. Biegel fortgesetzt. Der letzte diesjährige Vortragsabend findet am 19. Oktober im Schöffensaal des Museum Kloster Zeven statt. Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel beschäftigt sich mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und seinen Folgen vor 100 Jahren. Dabei stehen die Ereignisse in Norddeutschland und der hiesigen Region im Mittelpunkt seiner Betrachtungen.


Es war aus der Rück-Sicht eine bewegte Epoche am Beginn des 20. Jahrhunderts mit grundlegenden kulturellen und wirtschaftlich-technischen Umwälzungen und Fortschrittsentwicklungen, so dass man geradezu von einer Zeit des Umbruchs und vom Aufbruch in die Moderne spricht. 1913 bereits schloss sich das Tor zur Vergangenheit Alt-Europas und zeitgleich öffnete sich die Tür zu einer neuen Zeit mit radikalen Veränderungen in Politik, Gesellschaft und Alltagsleben. Am Ende der Epoche stand der Sturz der Monarchien am 8./9. November 1918 mit der totalen Umwälzung der politischen Systeme und der gesellschaftlichen Verhältnisse, gepaart mit dem Trauma des Ersten Weltkrieges.
In der Endphase des Ersten Weltkrieges kam es am 29./30. Oktober 1918 bei Einheiten der kaiserlichen Marine in Wilhelmshaven zu einer Meuterei, die ab dem 3. November 1918 zum Matrosenaufstand in Kiel führte. Dieser Aufstand war die Initialzündung für tief greifende politische und soziale Veränderungen im ganzen Deutschen Reich. Das Geschehene sowie die Ergebnisse der Ereignisse dieser Monate, die Deutschland von einer Monarchie in eine parlamentarische Demokratie, der Weimarer Republik, umwandelten, hatten nachhaltigen Einfluss auf die politischen Entscheidungen der Folgejahre. Bereits am 8. November 1918 musste der braunschweigische Welfenherzog Ernst August auf Druck des Arbeiter- und Soldatenrates seine Abdankung unterzeichnen, ein Tag vor seinem Schwiegervater, dem Kaiser in Berlin. In der Auseinandersetzung um Räterepublik oder parlamentarische Demokratie entstand der Gedanke einer »Nordwestdeutschen Republik«, die zehn sozialistische Freistaaten umfassen sollte, darunter die »Großbraunschweigische Lösung«: der Freistaat Braunschweig-Lüneburg, mit einem Staatsgebiet, das von Cuxhaven bis zum Harz und von Lüneburg aus auch einen Teil Anhalts umfasste. Am 25. Januar 1919 fand deshalb in Braunschweig ein Kongress statt, zu dem Vertreter aus dem Freistaat Oldenburg, aus der Bremer Räterepublik, Düsseldorf, Leipzig, Essen, Hamburg und Hannover erschienen, um darüber zu beraten. Diese Auseinandersetzung um Norddeutschland ist Thema dieses Vortrages, bei dem auch die Anfangsjahre der Zwischenkriegszeit in der hiesigen Region näher betrachtet werden sollen.
Mehr erfahren Interessierte am Freitag, den 19.10.2018, um 19 Uhr im Schöffensaal des Museum Kloster Zeven. Da das Museum über einen Aufzug verfügt, ist der Vortragsraum für alle Interessierten erreichbar. Die Veranstaltung wird von der VHS Zeven und dem Museum Kloster Zeven in Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig durchgeführt.



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