Zeven

27.08.2018 / Skulpturen, Druckgrafik und Zeichnungen von Ellen Mäder-Gutz ab 2. September 2018


natur verbunden
Skulpturen, Druckgrafik und Zeichnungen von Ellen Mäder-Gutz
in der Städtischen Galerie im KÖNIGIN-CHRISTINEN-HAUS in Zeven

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen größere und kleinere Holzskulpturen von der Bildhauerin und Grafikerin Ellen Mäder-Gutz. Pflanzliche Gebilde, Blütenhaftes, knospende und fruchtkörperähnliche Formen. Und das ohne jegliche dekorative Schönung, fast wie eine Modellreihe wissenschaftlicher Naturstudien nach einer Entdeckungsreise in fremde Gefilde.


Man glaubt Exotisches zu erkennen, vielleicht Artischocken, Ananas oder Bananenblüte? Man staunt über die Formenvielfalt der Natur. Aber gibt es diese Formen wirklich? Genauso gut könnte man die Skulpturen als rein abstrakte Gebilde betrachten und deren Formenvielfalt genießen. Und wenn diese nicht die wirkliche Natur abbilden, sind sie doch von ihr inspiriert, scheinen sogar den inneren oder geistigen „Form- und Bildekräften“ der Natur entsprungen zu sein. Wie unterschiedlich diese Skulpturen auch sind, alle gehören zu einer großen, seit vielen Jahren entstehenden und sich immer weiter entwickelnden Serie „Aus Ferne Nähe“. So sind auch alle diese Skulpturen betitelt, was auf die Ambivalenz zwischen Vertrautem „Nahem“ Erkennbarem und Fremde „Fernem“ Unbekanntem oder Abstraktem dieser Werke hindeutet. Auch gefühlsmäßig könnte eine Ambivalenz von Zuneigung und Abstoßung empfunden werden, wie diese auch in der Natur mit ihrer Schönheit und Grausamkeit erlebt werden kann.
Nicht selten haben die Skulpturen, wie reale Blütenkelche, Stempel und Fruchtformen auch, eine durchaus erotische Formensprache. Die Künstlerin spricht in diesem Zusammenhang sogar von „Floral-Erotik“. Durch die feine geglättete und zart kolorierte Oberflächenbehandlung - weich schimmernd wie eine glatte Haut - wird dieser Eindruck noch verstärkt. Dass der Baumstamm mit seiner Maserung noch durchschimmert und Risse sichtbar bleiben, stört da nicht, eher unterstützt dies den besonders natürlichen Eindruck der Objekte.
Zusätzlich zu den raumgreifenden, vollplastischen Skulpturen hat die Künstlerin eine große Freude an grafischen Arbeiten. Zu sehen an zahlreichen Zeichnungen, Sieb- und Transferdrucken. Auch hierbei stehen wieder schwerpunktmäßig pflanzliche, blütenhafte Formen im Vordergrund. Und wiederum bewegen diese sich im Spannungsfeld zwischen sinnlich real und abstrakt und entstehen in Serien mit teilweise zahlreichen Farbvariationen.

Ellen Mäder-Gutz, 1954 in Bergfelde geboren, studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Verschiedene Stipendien führten sie u.a. nach Norddeutschland. Das Paul-Ernst-Wilke Stipendium nach Bremerhaven, ein weiteres nach Hooksiel. Nach einem Arbeitsstipendium des Landes Niedersachsen folgte ein Barkenhofstipendium in Worpswede und schließlich ein weiteres an dem Frans-Masereel Centrum in Belgien. Ihr künstlerischer Werdegang wird begleitet von zahlreichen Ausstellungen, Preisen und Auszeichnungen. Ihre Werke sind in verschiedenen öffentlichen und privaten Sammlungen zu finden. Seit 2002 ist Ellen Mäder-Gutz wissenschaftlich-künstlerische Mitarbeiterin und später Professorin an der Universität Vechta. Heute lebt sie in Vechta und Berlin.

Die Ausstellung „natur verbunden“, Skulpturen, Druckgrafik und Zeichnungen von Ellen Mäder-Gutz wird am Sonntag, den 2. September um 14.30 Uhr geöffnet. Um 15 Uhr spricht der Kulturjournalist Dr. Rainer Beßling aus Syke die einführenden Worte. Jedermann ist herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.
Die Ausstellung bleibt vom 2. September bis zum 25. November in der Städtischen Galerie im KÖNIGIN-CHRISTINEN-HAUS, Lindenstraße 11 in Zeven zu sehen. Öffnungszeiten sind sonntags und donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Gruppen, Schulklassen und Führungen sind zusätzlich nach Vereinbarung möglich: Tel. 04281 / 999800.

Jan Jaap Roosing



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