Zeven

21.08.2018 / "Literarische Fiktion und historische Wirkungsmacht bei Karl May" Zevener Geschichtsvortrag am 24. August 2018


»Geschichte und Verklärung«
Literarische Fiktion und historische Wirkungsmacht bei Karl May

Wer kennt nicht Winnetou und Old Shatterhand? Dass Karl May aber noch viel mehr zu bieten hat, erläutert Prof. Dr. hc. Biegel in seinem nächsten Vortrag. Einen Monat früher als geplant wird die Reihe der „Zevener Geschichtsvorträge“ mit Professor Dr. h.c. Biegel fortgesetzt, und zwar am kommenden Freitag, den 24.08.2018 im Schöffensaal des Museum Kloster Zeven. Der ursprünglich vorgesehene Termin am 21..9. entfällt. Da das Museum über einen Aufzug verfügt, ist der Vortragsraum für alle Interessierten erreichbar. Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel beschäftigt sich mit kriegerischen Ereignissen vor 400 Jahren, die bis in unsere Region reichten.


Karl May ist ein kulturgeschichtliches Faszinosum und im Wechselspiel von Werk und Wirkung kaum mit einem anderen deutschsprachigen Schriftsteller vergleichbar. Noch in seiner Zeit, »von der Presse als unerfreuliche Kulturerscheinung, Kolporteur und niveauloser Vielschreiber, als bigotter Phantast und literarische Kuriosität an den Pranger gestellt, aus den Schulbibliotheken als Jugendverderber entfernt, vor Gericht zum Lügner und Betrüger, ja schlimmer noch: zum geborenen Verbrecher gestempelt und umgeben von einer Gemeinde allzu gutwilliger oder naiver Anhänger und Freunde, die ihm oft mehr schadeten als nützten mit ihrer öffentlichen Parteinahme« hat Karl May eine Rezeptionsgeschichte erfahren, die rational kaum nachvollziehbar erscheint. Er ist für manche Wissenschaftler »immer noch der meistgelesene Schriftsteller der deutschen Sprache«, ein Autor, dessen Werk »alle üblichen Maßstäbe« der Verbreitung sprengt, »das wissenschaftlich so eingehend, detailliert und vielfältig untersucht und gedeutet wurde« wie kein Werk eines vergleichbaren deutschen Autors. Interessant ist die Frage, inwieweit eine Fülle seiner Themen zur Sozial- und Regionalgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts zwischen Fiktion und historischen Fakten einzuordnen sind. Karl May als historischer Literat, dieser Frage will der Vortrag anhand ausgewählter Dorfgeschichten und Humoresken, die sich z.B. mit der Person des »Alten Dessauer« nachgehen. Dabei handelt es sich um Novellen um den Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau (1676-1747), einer auffallenden Fürstenfigur aus dem 18. Jahrhundert während Preußens Aufstieg zur Norddeutschen Vormacht im Konkurrenzkampf mit dem welfisch-englischen Hannover und damit der welfischen Regionalgeschichte.

Mehr erfahren Interessierte am Freitag, den 24.08.2018, um 19 Uhr im Schöffensaal des Museum Kloster Zeven. Die Veranstaltung wird von der VHS Zeven und dem Museum Kloster Zeven in Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig durchgeführt.



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