Zeven

12.06.2018 / "Elisabeth von Thüringen (1207 – 1231)" Zevener Geschichtsvortrag am 15. Juni 2018


Eine »deutsche Nationalheilige« des Mittelalters?
Elisabeth von Thüringen (1207 – 1231) – Faszination einer ungewöhnlichen Frau

Am kommenden Freitag beschäftigt sich Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel in der Reihe der „Zevener Geschichtsvorträge“ mit einer faszinierenden, bewunderten und verehrten Frau: Elisabeth von Thüringen lebte vor 800 Jahren, starb mit nur 24 Jahren und wurde zu einer verehrten Heiligen, um die sich Legenden rankten. Der Vortragsabend findet am 15. Juni um 19 Uhr im Schöffensaal des Museum Kloster Zeven statt. Da das Museum über einen Aufzug verfügt, ist der Vortragsraum für alle Interessierten erreichbar.


1207 kommt in Ungarn die Tochter des Königs Andreas II. und seiner Frau Gertrud aus dem Haus Andechs-Meranien zur Welt. Sie wird auf den Namen Elisabeth getauft. Schon als Vierjährige gerät sie in die Welt der großen Politik: Sie wird mit Ludwig, dem Sohn des mächtigen Landgrafen Hermann I. von Thüringen, verlobt und verlässt ihre Heimat, um von nun an in Thüringen zu leben. Dort wächst sie am Hof des kunstsinnigen Fürsten zusammen mit ihrem vorgesehenen Ehegatten und dessen Geschwistern auf. Schon früh übt der christliche Glaube eine große Faszination auf Elisabeth aus. Sie war mit zahlreichen einflussreichen deutschen Adelshäusern, so auch den Welfen, und dem Kaiser verwandt. 1221 heirateten Elisabeth und der Thüringer Landgraf. 1227 starb der junge Ehemann auf dem Weg zu einem Kreuzzug. Zu dieser Zeit war der Älteste ihrer drei Kinder, Landgraf Hermann II., erst 5 Jahre alt. Daher wurde Heinrich Raspe IV. neuer Regent. Er soll Elisabeth von der Wartburg vertrieben haben mit der Begründung, sie gäbe zu viele Almosen. Elisabeth verließ im Spätherbst 1227 die Wartburg. In der Folgezeit wurde sie zum Spielball der Familienpolitik und soll zeitweise sogar, vom Volk verachtet, in einem Schweinestall gewohnt haben. Elisabeth starb 1231 mit 24 Jahren in Marburg und wurde schon vier Jahre später heiliggesprochen. Sie gilt allgemein als die deutsche »Nationalheilige« des Mittelalters und war die Stammmutter der hessischen Landgrafen.

Mehr erfahren Interessierte am Freitag, den 15.06.2018, um 19 Uhr im Schöffensaal des Museum Kloster Zeven. Die Veranstaltung wird von der VHS Zeven und dem Museum Kloster Zeven in Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig durchgeführt.



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