Zeven

19.05.2018 / Wunderkammern Assemblagen, Objekte und Bilder von Oliver Zabel


in der Städtischen Galerie im KÖNIGIN-CHRISTINEN-HAUS in Zeven vom 3. Juni bis 26. August 2018

Kunst- und Wunderkammern kennt man aus der Geschichte. Sie waren voller Kuriositäten, Raritäten und Gesammeltem aus aller Welt. Die Wunderkammern und Raritätenkabinette waren besonders dazu angetan, den Menschen ins Erstaunen zu versetzen. Sie zeigten aber auch das neugierige Interesse an der Welt und an allem Andersartigen und Unbekannten. Auch technisch-wissenschaftliche Neuerungen und Geräte fanden Zugang zu diesen Sammlungen.



Voraussetzung war die ausgeprägte Sammelleidenschaft eines Menschen, früher eines Fürsten oder Gelehrten, später auch wohlhabender Kaufleute oder Bürger.
Der zwischenzeitlich in Worpswede und Berlin und heute wieder in seinem Geburtsort Bremen lebende Künstler Oliver Zabel könnte ebenfalls als leidenschaftlicher Sammler bezeichnet werden. Und wer seinen kleinen Atelierladen in Schwachhausen besucht, könnte sich durchaus wundern und in ein Raritätenkabinett zurückversetzt fühlen.
Oliver Zabel sammelt aber auch scheinbar wertloses, aussortiertes und Gegenstände von Dachböden und Flohmärkten. Diese Objekte arrangiert er nun spielerisch, teils intuitiv, in neue und überraschende Zusammenhänge. Dabei sind seine kleinen und manchmal auch größeren Inszenierungen sehr empfindsam, oft mit einer Prise von feinfühligem, manchmal leicht groteskem oder ironischem Humor versehen und durchaus von einer hintergründigen Mehrdeutigkeit geprägt.
Beliebt sind seine Assemblagen (frz. assembler = zusammenfügen), wobei er verschiedene Objekte zu kleinen poetisch anmutenden Szenen arrangiert, die die Fantasie des Betrachters beflügeln und Geschichten zu erzählen scheinen. „Materialcollagen“ oder „dreidimensionale Stilleben“ in Holzkästchen und Schubladen. Jede eine kleine Welt für sich zum Eintauchen.
Ebenfalls werden Bilder in verschiedenen Mischtechniken zu sehen sein und wiederum zeigt sich der Künstler als Sammler. Nur sucht er diesmal seine „objets trouvés“ bevorzugt in alten Folianten und Enzyklopädien, aber auch das Internet kann zum Fundort werden. Es entstehen aber nicht nur Drucke und Papier-Collagen, mit Techniken wie der Frottage werden Abbildungen auch direkt auf bemalte Leinwände übertragen und meistens anschließend noch weiter bearbeitet.
Nun füllen Oliver Zabels Assemblagen, Objekte und Bilder die Kabinette der Städtischen Galerie im Königin-Christinen-Haus und laden hier zum Staunen ein. „Wunderkammern“ ist die diesmalige Sommerausstellung passend überschrieben. Zur Eröffnung am Sonntag, den 3. Juni ist jedermann ab 14.30 Uhr herzlich willkommen. Um 15 Uhr gibt es ein kleines Künstlergespräch mit Oliver Zabel und dem Kurator Jan Jaap Roosing. Begleitet von einem besonderen musikalische Erlebnis: der „Burma Connection“ aus Bremen. Das sind Imke Burma, Gesang und Klaus Fischer, Saxophon und Bassklarinette.
Ab 16 Uhr gibt es ein weiteres musikalisches Highlight, bei gutem Wetter draußen im Skulpturengarten hinter dem Hause. Hier spielt dann das außergewöhnliche Balkan- und Klezmer Trio „GoraSon“ mit Karin Christoph (Violine und Gesang), Reinhardt Röhrs, (Kontrabass und Gesang) und dem in seiner kroatischen Heimat als Wunderkind gefeierten Akkordeonvirtuosen Miroslav Grahovac. Auch hier ist der Eintritt ist frei.
Die Ausstellung „Wunderkammern“ ist vom 3. Juni bis 26. August in der Städtischen Galerie im KÖNIGIN-CHRISTINEN-HAUS, Lindenstraße 11 in Zeven zu sehen. Öffnungszeiten sind sonntags und donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr. Gruppen, Schulklassen und Führungen sind zusätzlich nach Vereinbarung möglich: Tel. 04281 / 999800.



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