08.03.2018 / „Farbe bekennen...“ Tempera-Malerei von Karin Borchers

in der Städtischen Galerie im KÖNIGIN-CHRISTINEN-HAUS in Zeven
vom 04. März bis 27. Mai 2018

Wie der Ausstellungstitel „Farbe bekennen...“ bereits andeutet, geht es bei der Malerei von Karin Borchers um nichts weniger als um die Farbe selbst. Farben können als persönlicher Ausdruck von Gefühlen und inneren Werten angesehen werden, haben aber auch eine eigene Dynamik oder Energie. So wirken sie zum Beispiel auf den Betrachter und können bei uns unterschiedlichste Empfindungen und Stimmungen hervorzaubern. Zumindest wenn wir gewillt sind, uns auf die Farben einzulassen und in Ruhe die Bilder zu betrachten.


Bei den Bildern von Karin Borchers dürfte dies nicht allzu schwer fallen, weil die Künstlerin durchaus auf Ruhe, Harmonie und Ausgeglichenheit bedacht ist. Besonders deutlich wird dies bei einzelnen fast monochromen, meditativen Farbstimmungen. Aber auch bei den vielen spannungsvollen Bildern mit zum Teil kräftigen Kontrasten, wo Orange auf Blau und Rot auf Grün trifft, wird immer noch eine harmonische Gesamtkomposition angestrebt. Oder wie die Künstlerin es selbst ausdrückt: „Es ist ein reizvoller Aspekt meiner Arbeit, in einer unerschöpflichen Vielfalt von Variablen immer neue Zusammenklänge von Farben und Formen zu entwickeln und im Ergebnis eine dynamische Ausgeglichenheit zu erreichen.“
Karin Borchers arbeitet ausschließlich in der alten traditionellen Technik der Tempera-Malerei. Dabei müssen die Farben mit einer Eitempera-Emulsion und Pigmenten selbst hergestellt werden – und immer nur so viel, wie gerade auch verbraucht werden kann. Diese anspruchsvolle klassische Malart birgt außer einer besonderen Farbintensität noch weitere Qualitäten in sich. So können die Farben in lasierenden Schichten aufgetragen werden, wobei das Licht aus der Tiefe durchschimmert oder „von innen her“ leuchtet. Ebenso ist es möglich, die Farben opak aufzutragen, wobei sich dann das Licht an der Oberfläche bricht. Nachweislich überdauern so gemalte Bilder Jahrhunderte. Sogar der aufwendigen Technik kann Karin Borchers noch etwas Positives abgewinnen: Sie verlangsamt den Malprozess, der hierdurch noch einfühlsamer und intensiver wird.
Die Künstlerin Karin Borchers wurde 1941 in Hamburg geboren und studierte Malerei, Kunstpädagogik und Kunsttherapie an der Fachhochschule in Ottersberg. Seit 1996 lebt sie als diplomierte Kunstpädagogin und freie Malerin in Worpswede.
Für die Entstehung ihrer Kunst spielt Musik eine gewichtige Rolle. Da gibt es viele Übereinstimmungen. Nicht von ungefähr sprechen wir sowohl in der Malerei wie in der Musik von „Farbtönen“ und „Farbklängen“, von „Stimmungen“ und „Kompositionen“.
Bei der Ausstellungseröffnung soll deshalb statt einer großen Rede die passende Musik im Vordergrund stehen.
Zur Eröffnung am Sonntag, den 4. März ist Jedermann ab 14.30 Uhr herzlich willkommen. Um 15 Uhr gibt es dann nach einer kurzen Begrüßung durch den Kurator Jan Jaap Roosing eine rein musikalische Eröffnung: Susanne Meier und Ricarda Streckel, Flöte und Kate Green, Violoncello spielen das „Trio in G-Dur“ von Carl Stamitz.
Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung „Farbe bekennen...“ ist vom 4. März bis 27. Mai in der Städtischen Galerie im KÖNIGIN-CHRISTINEN-HAUS, Lindenstraße 11 in Zeven zu sehen. Öffnungszeiten sind sonntags und donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr. Gruppen, Schulklassen und Führungen sind zusätzlich nach Vereinbarung möglich: Tel. 04281 / 999800.

Jan Jaap Roosing



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