Zeven

28.11.2017 / Stahlskulpturen und Druckgrafik von Inger Seemann ab 3. Dez. 2017


Konvergenzen

Stahlskulpturen und Druckgrafik von Inger Seemann
in der Städtischen Galerie im KÖNIGIN-CHRISTINEN-HAUS in Zeven

Die Künstlerin Inger Seemann wurde 1961 in Walsrode geboren und lebt und arbeitet heute in Bremen. In Zevens Städtischer Galerie im Königin-Christinen-Haus werden ihre großen und kleineren Skulpturen aus gefalteten Stahlblechen und geschmiedetem und geschweißtem Metall gezeigt. Dazu eine Auswahl ihrer Druckgrafiken.
Zu der Eröffnung am Sonntag, den 3. Dezember ab 14.30 Uhr ist jedermann herzlich willkommen. Um 15 Uhr gibt die Kunstvermittlerin Meike Su aus Bremen eine Einführung in das Werk.


Als Schwerpunkt werden in der Städtischen Galerie die dreidimensionalen Arbeiten von Inger Seemann präsentiert - die abstrakten Stahlskulpturen als ihr eigentliches Hauptwerk. Diese bestehen aus unregelmäßig gefaltetem Stahlblech mit verschweißten Metallstangen. Das ursprünglich flache rechteckige Stahlblech bekommt durch Faltungen unterschiedliche Richtungen im Raum: es neigt nach vorn und hinten, zieht gerade oder schräg nach unten oder flieht nach oben. Dabei erhalten die schweren Metallplatten eine ungeahnte Leichtigkeit, fast wie gefaltete Papierarbeiten. Gebogene, geschmiedete und geschweißte Eisenstäbe ergänzen, umschließen oder verbinden die Flächen zu einheitlichen frei stehenden Objekten.
Titel wie „Raum“ und „Raummantel“ deuten an, wie hier die Erkundung des Raumes selbst als bildhauerisches Thema im Vordergrund steht.
Keine Metallbaufirma wird für die Anfertigung beauftragt, es ist die Künstlerin selbst, die schmiedet, schweißt und an der Kantbank als Teil des künstlerischen Prozesses ihre Bleche faltet.
Unverkennbar arbeitet die Künstlerin, die ursprünglich eine grafische Ausbildung absolvierte und erst später über Papierarbeiten zu Metallskulpturen kam, viel und gerne grafisch.
Zu sehen ist dies auch an der zusätzlich ausgestellten Druckgrafik. Es gibt Holz- und Linolschnitte, aber meistens sind es Drucke und Radierungen, die wiederum von Metallplatten entstanden sind. Auch bei ihrer Druckgrafik sind alle erkennbaren Formen und Figuren reduziert auf die grafischen Grundprinzipien: Linien und Flächen. Allerdings beschränkt sich hier das fein abgestimmte Spiel der Raumerkundungen auf das Blatt Papier, also auf den zweidimensionalen Raum.
Bei den Skulpturen ergeben die Blechplatten die Flächen, die gefalteten Kanten und Metallstangen die Linien. Nur dass die sich hier, losgelöst von der zweidimensionalen Fläche, im dreidimensionalen Raum bewegen.
Hier sehen wir die in dem Ausstellungstitel angesprochenen „Konvergenzen“, also die „Übereinstimmungen“, „Annäherungen“ und „das Zusammentreffen“ in den künstlerischen Arbeiten, dem Material (Stahl/Papier), der Arbeitsweise und den verschiedenen Werkgruppen von Inger Seemann.
Letztendlich geht alles zurück auf ihren Anfang als Grafikerin. Noch bevor Seemann in den neunziger Jahren nach Barkeley, USA, ging, um Keramik und Bildhauerei zu studieren, hatte sie in Berlin von 1982-85 eine Grafik- und Designerausbildung absolviert und war in diesem Beruf einige Jahre tätig. In den USA und anschließend in Wien, wo sie sich von 1996-98 aufhielt, entstanden dann Arbeiten aus Keramik und gefaltetem Papier. Also der Übergang von den grafischen Linien und Flächen in den dreidimensionalen Raum. Wieder zurück in Deutschland und nun sesshaft in Bremen, entdeckte sie das Material Eisen für sich. Zunächst in der Form von vorgefundenem Altmaterial, welches neu zusammengeschweißt oft überraschende Figuren ergab. Dann wurden die Formen wieder reduziert auf die grafischen Grundelemente Linie und Fläche.
Die Ausstellung „Konvergenzen“ im Königin-Christinen-Haus wird am Sonntag, den 3. Dezember ab 14.30 Uhr eröffnet. Um 15 Uhr spricht die Kunstvermittlerin Meike Su aus Bremen die einführenden Worte. Jedermann ist herzlich willkommen. Wie immer ist der Eintritt frei.
Die Winterausstellung ist bis zum 25. Februar 2018, sonntags und donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr in der Städtischen Galerie im Königin-Christinen-Haus, Lindenstraße 11 in Zeven zu sehen. Gruppen, Schulklassen und Führungen sind ebenfalls nach Vereinbarung möglich: Tel. 04281 / 999800.
Jan Jaap Roosing



zur Druckversion Druckversion anzeigen << zurück