16.10.2017 / "Hurensüchtiger Holofernes von Braunschweig" Zevener Geschichtsvortrag am 20. Okt. 2017


Martin Luthers Schrift „Wider Hans Worst“

„Wider Hans Worst“ ist eine Schrift Martin Luthers aus dem Jahre 1541 über seine Ekklesiologie (Lehre von der Kirche). Es handelt sich bei dieser Schrift um ein Testament Luthers, in dem er seine Ansichten und sein Lebenswerk zusammenfasst. Wegen seiner drastischen Sprache, in der er seine Gegner beschimpft, wird das Werk sehr unterschiedlich rezipiert. Mit einem Vortrag zu dem Thema „Hurensüchtiger Holofernes von Braunschweig“ wird Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel am Freitag, den 20. Oktober 2017 um 19.00 Uhr im Königin-Christinen-Haus einen Einblick in die Reformation der Region Braunschweig und die Gegenwehr des katholischen Herzogs Heinrich des Jüngeren geben.


Martin Luther stellt sich in dieser Schrift gegen Herzog Heinrich den Jüngeren von Braunschweig, der Johann Friedrich I. von Sachsen, den Kurfürsten von Sachsen, und Luther in einer eigenen Schrift angegriffen hatte. Luther wehrt sich gegen den Vorwurf, seinen Landesherrn Johann Friedrich beleidigt zu haben, indem er ihn „Hans Worst“ genannt habe. Er wirft Heinrich d. J. vor, sich auf seine Kosten bekannt machen zu wollen, indem er Lügen verbreite. Außerdem lästere dieser gegen den Kurfürsten von Sachsen, indem er diesen als Ketzer beschimpfe.

Im Verlauf seiner Gegenrede schimpft Martin Luther selbst wortgewandt und teilweise in gehässiger Fäkalsprache gegen Heinrich und tätigt dabei einen Rundumschlag gegen die Papisten und den Ablassprediger Johann Tetzel. Er versucht dabei unter Zuhilfenahme vieler Bibelstellen, die Gegner von der Falschheit ihres Glaubens zu überzeugen, und stellt seine eigene Überzeugung systematisch dar. Er resümiert, wie es aus seiner eigenen Sicht zur Reformation gekommen war. Er sieht seine reformierte Kirche als die Fortführung der alten Kirche und spricht den Papisten den wahren Glauben ab.
Mehr über dieses Thema erfahren Interessierte am Freitag, dem 20.10.2017, um 19 Uhr im Königin-Christinen-Haus. Die Veranstaltung wird von der vhs Zeven und dem Museum Kloster Zeven in Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig durchgeführt.



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