Zeven

15.08.2017 / "Jules Verne" Zevener Geschichtsvortrag am 18. Aug. 2017

»Entdeckung des Weltraums« Jules Vernes literarische Luft- und Raumfahrtvisionen

Er wird als »Vater der Science – Fiction - Literatur« bezeichnet und hatte sich doch selbst nie als solchen verstanden: »Ich habe lediglich eine Fiction aus dem entwickelt, was in der Folge zur Tatsache werden musste« meinte er 1902 in einem Interview. Ins Innere der Erde einerseits, bis zum Mond andererseits aber entführte er seine Leserschaft mit seinen phantastischen Reisen, die noch heute erfolgreich sind.
Die Rede ist von Jules Verne (1828 – 1905), der selbst in seinen Romanen phantasievolle Zukunftsvisionen entwickelte, jedoch sich kaum vorstellen konnte, dass er einst ein Klassiker der Zukunftsliteratur sein würde. Oder aber der Gegenstand eines Geschichtsvortrages wie am kommenden Freitag, den 18. August um 19 Uhr im Zevener Königin-Christinen-Haus im Rahmen der Zevener Geschichtsvorträge mit Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel .


Jules Verne beschrieb die bemannte Raumfahrt, tauchte literarisch 20 000 Meilen durch die endlosen Tiefen der Meere mit einem U-Boot, kannte eine vollautomatisierte Stadtbahn, gasbetriebene Personenkraftwagen oder rollende Bürgersteige, nur bei der Wirkungskraft seiner eigenen Romane irrte sich der Visionär gewaltig. Wer kennt etwa nicht heute noch Kapitän Nemo und die Nautilus, den exzentrischen Weltreisenden Phileas Fogg oder den exzentrischen Ballonfahrer Fergusson. Der Roman »In achtzig Tagen um die Welt« begründete seinen bis heute anhaltenden Weltruhm als Schriftsteller. Mehr als 160 Jules Verne-Verfilmungen gibt es und mit seinen Werken ist er der meist übersetzte Schriftsteller Frankreichs.
Der am 8. Februar 1828 als Sohn eines Advokaten in Nantes geborene Jules Verne war ein dem bürgerlichen Leben eng verbundener katholischer Konservativer, kein träumender Visionär oder gar versponnener Erfinder. Er hat auch nicht, wie immer wieder geschrieben wird, Ballonfahrt, Luftfähren, Raketen oder Unterseeboote ingenieurmäßig »erfunden«, aber er hat mit großer Sorgfalt und Sensibilität den sich abzeichnenden Triumphzug von Technologie und Wissenschaft im 19. Jahrhundert effektvoll mit Leben versehen und mit einer emotionalen Aura umgeben. Die durchtechnisierte Welt fand in seinen Romanen bereits ihre Erfüllung. Begeisterung und Skepsis zeichnen Vernes Werke dabei aus. Begeisterung für die technologischen Möglichkeiten und Skepsis gegenüber dem Anspruch auf Perfektion. Immer wieder erscheint das Motiv der Zeit und der Uhr, die die Zeit angibt, in Jules Vernes Romanen. Als im Roman »In 80 Tagen um die Welt« dem Diener von Phileas Fogg, Passepartout, nahegelegt wird, dass die Uhren seines Herrn schon lange nicht mehr nach der Sonne gehen, war seine bezeichnende Antwort: »Umso schlimmer für die Sonne, Monsieur, da geht sie eben falsch«.
Mehr über Jules Verne und seine phantastischen Romane erfahren Interessierte am Freitag, dem 24.03.2017, um 19 Uhr im Königin-Christinen-Haus. Die Veranstaltung wird von der vhs Zeven und dem Museum Kloster Zeven in Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig durchgeführt.



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