23.03.2017 / "Den Koran in Scheiterhaufens Flammen" Zevener Geschichtsvortrag am 24. März 2017


»Den Koran in Scheiterhaufens Flammen«

Spanien – Schicksalsland für Juden, Christen, Muslime und das Scheitern der Toleranz

Der erste diesjährige Vortragsabend der Reihe „Zevener Geschichtsvorträge“ findet am kommenden Freitag, den 24. März im Zevener Königin-Christinen-Haus statt. Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel beschäftigt sich mit dem Islam in Europa. Dabei blickt er 1000 Jahre zurück in das goldene Zeitalter des spanischen Mittelalters.


Im 10. Jahrhundert herrschten auf drei Kontinenten drei verschiedene muslimische Kalifen. Der Süden Spaniens ebenso wie Sizilien zählten damals zum »dar al-Islam«, dem Land des Islam«. Mittelpunkt des muslimischen Spanien war zu dieser Zeit Cordoba, das zugleich als politisches und kulturelles Zentrum des islamischen Westens eine ungeheure Blütezeit erlebte. Die überwältigende Schönheit dieser Stadt hatte einst Roswitha von Gandersheim mit schwärmerischen Worten beschrieben als »glänzendes Juwel der Erde, neue und herrliche Stadt, stolz auf ihre Kraft, gefeiert wegen ihrer Wonnen, strahlend wegen des überströmenden Reichtums aller Güter«. Das Prestige von Cordoba als kultureller und wissenschaftlicher Metropole im Westen war so bedeutend, dass es nur mit Konstantinopel verglichen werden konnte. Der Hof in Cordoba war jahrzehntelang Treffpunkt für Männer der Wissenschaften, Ort für Dichter und Literaten sowie Künstler aller Richtungen. Im Laufe des 11. Jahrhunderts änderte sich das geistige Klima und kennzeichnete zugleich eine politisch-kulturelle Wende. Nicht mehr die weltoffene Förderung von Wissenschaft und Kultur stand im Vordergrund, sondern es wurde auf strenge Einhaltung traditioneller Werte islamischer Moral und Religion geachtet. Die einst blühenden Zentren sanken zu kulturellen Einöden herab

Mehr erfahren Interessierte am Freitag, dem 24.03.2015, um 19 Uhr im Königin-Christinen-Haus. Die Veranstaltung wird von der vhs Zeven und dem Museum Kloster Zeven in Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig durchgeführt.



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