08.02.2017 / Zevener Konzert „Musik der Lutherzeit“ mit dem Marais Consort am 19. Feb. 2017

Das „Lutherjahr“ beginnt in Zeven musikalisch: Am Sonntag, dem 19. Februar 2017 um 17.00 Uhr erklingt im Museum Kloster Zeven „Musik der Lutherzeit“, gespielt von Hans-Georg Kramer und Ingelore Schubert. Karten sind ab sofort im Rathaus Zeven, BürgerService , Tel.: 04281/716-261, für 9,00 €/Erwachsene und 6,00 € Schüler erhältlich.


Hans Georg Kramer spielt auf der Diskant-Viola, dem Sopran-Instrument aus der Familie der Gamben. Gespielt wird diese aber nicht wie die heutige Viola (Bratsche), sondern aufrecht wie die größere Viola da Gamba, die Gambe. Ingelore Schubert begleitet ihn auf dem Virginal, einer frühen und kleinen Bauform des Cembalos.
Hans Georg Kramer und Ingelore Schubert sind die Leiter und als Duo eine „Auskopplung“ des renommierten Marais-Consorts, das auf Alte Musik spezialisiert ist. Für das Konzert in Zeven haben die Musiker eine spannende musikalische Reise des Übergangs vom späten Mittelalter zur Neuzeit zusammengestellt. Sie beginnt mit drei herausragenden Musikern des 15. Jahrhunderts, Dufay, Paumann und Binchois. Zu dieser Zeit verlegt sich der musikalische Schwerpunkt in Europa auf das nördliche Westeuropa. Guillaume Dufay verbindet den englischen Musikstil des 15. Jahrhunderts mit französischen und italienischen Traditionen des 14. Jahrhunderts zu einer neuen Synthese. Damit beginnt die Epoche der franko-flämischen Musik.
Musik der Lutherzeit bildet den Mittelteil des Konzertes. Neben Komponisten aus dem deutschsprachigen Raum wie Arnold Schlick, Paul Hofhaimer und dessen Schüler Hans Kotter stehen weitere bedeutende franko-flämische Musiker auf dem Programm. Der heute wohl noch bekannteste ist Heinrich Isaac, der ein monumentales Werk hinterlassen hat. Ingelore Schubert und Hans Georg Kramer haben sein bis heute populäres Lied „Innsbruck, ich muss dich lassen“ an das Ende dieses Konzertteils gesetzt. Heinrich Isaac, franko-flämischen Ursprungs, hat lange im deutschsprachigen Raum gewirkt und franko-flämische und deutsche Musikstile verschmolzen. Er ging dann nach Italien, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Damit bildet er das geografische und zeitliche Bindeglied zwischen der führenden Rolle der franko-flämischen Musik und der im 16. Jahrhundert stattfindenden Schwerpunktverlagerung nach Italien. Italienische Komponisten bilden den Schwerpunkt des letzten Teils des Konzerts.
Die Musiker spielen auf Kopien von italienischen Instrumenten der Spätrenaissance, die in enger Zusammenarbeit mit dem Geigenbauer Christian Brosse entstehen. Nicht ohne Grund attestiert die Presse dem Marais Consort immer wieder 'einen unvergleichlichen, fein differenzierten, in zarten, warmen Farben irisierenden und doch klar konturierten transparenten Klang' (Süddeutsche Zeitung).



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