Zeven

25.10.2016 / Betrachtungen zur Frühgeschichte Englands / Zevener Geschichtsvortrag am 28. Okt. 2016


»von den Angeln und den Jüten und den Altsachsen stammen die Angelsachsen«

Vortrag mit Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel am 28. Oktober 2016, 19.00 Uhr im Königin-Christinen-Haus in Zeven

Noch heute verweisen viele englische Ortsnamen auf ihren sächsischen Ursprung, wie z.B. Selsingens Partnerstadt Sawston in der Nähe von Cambridge. Von Norddeutschland nach England wandernde Sachsen hatten ihre ursprünglichen Stammes- und Ortsnamen auf ihre Heimat übertragen. So auch im Fall von Sawston (ursprünglich Salsingetune). Diese Wanderungsbewegungen in der Frühgeschichte Englands stehen im Mittelpunkt der Betrachtungen beim nächsten Zevener Geschichtsvortrag am kommenden Freitag, den 28. Oktober um 19 Uhr im Zevener Königin-Christinen-Haus.



Die Briten hatten lange unter römischem Kultureinfluss gelebt und wurden im 4. Jahrhundert schrittweise Christen. Die Angeln und Sachsen aber stammten überwiegend aus Gebieten, die kaum von der römischen Zivilisation berührt worden waren, anders als die keltischen Briten. Erste kriegerische Invasionen von sächsischen Gruppen ins römische Britannien fanden nachweislich in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts statt. Sächsische Gefolgschaften auf Beutezug und Piraten landeten auf beiden Seiten der Kanalküste. Für viele christliche Romano-Briten wiederum waren die überwiegend heidnischen Angelsachsen Barbaren. Es kam zu einer teilweisen Verdrängung durch die vorrückenden Angelsachsen, aber auch einem freiwilligen Zurückweichen der keltischstämmigen Bevölkerung im Südosten.
Eskalierende Bürgerkriege im weströmischen Reich und der zeitweilige Zusammenbruch der römischen Rheingrenze im Jahre 406/407 n. Chr. durch den Rheinübergang einiger germanischer Kriegergruppen führten unter Kaiser Honorius und dem Usurpator Konstantin III. zum Abzug der meisten regulären römischen Truppen aus Britannien um das Jahr 407. Obwohl Honorius Britannien nicht aufgab, sah er sich gezwungen, die Insel weitgehend sich selbst zu überlassen. Das entstandene Machtvakuum und die ungeregelten politischen Verhältnisse boten idealen Raum und Möglichkeiten für eine Zuwanderung vom Festland. Ab Beginn des 5. Jahrhunderts gab es offenbar zunehmend Übersiedlungen auf die britischen Inseln von der norddeutschen-niederrheinischen Tiefebene aus, die sich im Laufe der Zeit verstärkten und sich ab etwa 450 zum Hauptstrom der Auswanderung nach Britannien entwickelten.
Mehr erfahren Interessierte am Freitag, dem 28.10.2016, um 19 Uhr im Königin-Christinen-Haus. Die Veranstaltung wird von der vhs Zeven und dem Museum Kloster Zeven in Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig durchgeführt.



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