Zeven

30.05.2016 / "Berge versetzt" Ausstellung der Steinskulpturen von Thomas Werner ab 5. Juni 2016


Geschwungene Formen wie „Wellen“, „Wellen“-Platten und -Stelen sind in der Sommerausstellung der Städtischen Galerie Zeven im Königin-Christinen-Haus zu sehen. Aber ebenso „durchbrochene Formen“, Kreise und Quadrate, wobei das Innen/Außen, das Durchbrechen oder Umschließen eine Rolle spielen.


Auch kompakte Körper wie Kuben oder Schiffformen sind zu finden. Die Steinskulpturen des renommierten Bildhauers Thomas Werner aus Stade formen nicht Vertrautes nach. Sie setzen sich mit den elementaren Formkräften der Bildhauerei auseinander. Aufrecht/liegend, leicht/schwer, innen/außen, statisch oder bewegt, könnten als Themen der Werke angesehen werden. Ein weiterer Reiz dieser faszinierenden Skulpturen sind deren Oberflächen. Fein bearbeitet und glänzend oder als roher Bruchstein; weißer Marmor, schwarzer Dolerit, roter Granit und vieles mehr. Manche Arbeiten erinnern an Ausschnitte eines Bergmassivs, was möglicherweise zu dem Ausstellungstitel „Berge versetzt“ geführt haben mag. Oder sollte hier eher auf die schwere Arbeit des Steinbildhauers hingewiesen werden? Tatsache ist, dass alle Werke ursprünglich verschiedenen Bergen unserer Erde entstammen.

Thomas Werner, 1959 in St. Blasien geboren und in Pforzheim aufgewachsen, hat von 1985-88 an der angesehenen Alanus-Hochschule in Alfter bei Bonn Bildhauerei studiert. Außer der Beschäftigung mit Bildhauerei, Objekt- und Rauminszenierung machte er sich in der 1990er Jahren - zusammen mit Jochen Wüstenfeld - mit spektakulären künstlerischen Performances einen Namen. Seit 2002 lebt und arbeitet Werner in Stade und kehrt zurück zur klassischen Bildhauerei, arbeitet mit Metall und vor allem mit Stein. Genau genommen wundert ihn das selbst, ist doch die Steinbildhauerei im wahrsten Sinne des Wortes „schwer“ und mit einem gewaltigen Arbeitsaufwand, viel Staub und Dreck und dazu noch mit hohen Kosten verbunden. Dass diese Ausstellung, die einen umfangreichen Einblick in das Werk Thomas Werners bietet, überhaupt zu Stande kommen konnte, ist der großzügigen Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde zu verdanken. Einige Arbeiten werden auch im Außenbereich den Platz vor und hinter dem Königin-Christinen-Haus zieren.

„Werner ist zu den wenigen klassischen Bildhauern im Norden Deutschlands zu rechnen, die die Steinskulptur um wichtige konzeptionelle Ideen bereichert haben“, so der Kunsthistoriker Dr. Jürgen Fitschen. Am Sonntag, den 5. Juni, wird die Ausstellung „Berge versetzt“ in der Städtischen Galerie Zeven im Königin-Christinen-Haus eröffnet. Einlass ist 14.30 Uhr. Um 15 Uhr spricht der Kunsthistoriker Dr. Jürgen Fitschen aus Harsefeld die einführenden Worte. Um 16 Uhr findet im Skulpturengarten hinter dem Königin-Christinen-Haus ein Serenaden-Konzert mit dem „SaitenWind Trio“ (Querflöte, Klarinette, Gitarre) aus Hamburg statt. Bei schlechtem Wetter wird das Konzert in den Saal des Hauses verlegt. Der Eintritt zu den beiden Veranstaltungen frei. Die Öffnungszeiten des Königin-Christinen-Hauses sind donnerstags und sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr. Schulklassen, Gruppen und Führungen sind nach Vereinbarung möglich (Tel. 04281-999 800).

Jan Jaap Roosing



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