Zeven

09.05.2016 / „Zeven ist bunt“ sucht Begleitpersonen


Das Netzwerk der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer „Zeven ist bunt“, das im März 2016 ins Leben gerufen wurde, hat sich in den ersten Wochen schon bewährt. Auf einem Treffen der Steuerungsgruppe wurde nun festgestellt, dass weitere Hilfe benötigt wird, um der großen Zahl der Neuankömmlinge und deren Bedürfnissen gerecht zu werden.


Ähnlich wie in den umliegenden kleineren Dorfgemeinschaften haben sich auch in der Stadt Zeven engagierte Bürgerinnen und Bürger in Aktionsgruppen zusammengetan und untereinander vernetzt. Sowohl der Sachbearbeiter der Samtgemeinde in Flüchtlingsfragen, Heiko Meyer, als auch die Koordinatorin des Netzwerks „Zeven ist bunt“ , Gwendolyn Stort, sind mit den ersten Ergebnissen des Netzwerks sehr zufrieden. Zwischen mehreren Interessenten bzw. Bedürftigen und den neu gebildeten Gruppen des Netzwerks wurde Kontakte hergestellt. Ein Fahrrad wurde vermittelt, ein PC und ein Fernseher angeboten. Viele Fahrräder wurden inzwischen von der Gruppe „Fahrradwerkstatt“ aufgearbeitet und verkehrssicher gemacht. Ehrenamtliche meldeten sich, um im Freizeitbereich und beim Deutschunterricht zu unterstützen. Auch Transporte zu Ärzten und Behörden wurden schon über das Netzwerk organisiert.
Allerdings tauchen viele Fragen und Probleme im häuslichen Bereich auf. Deshalb werden dringend noch Menschen gesucht, die als Ansprechpartner oder Begleitperson, gerne auch im Team, für eine Flüchtlingsfamilie oder Wohngemeinschaft von Flüchtlingen tätig sein möchten. Ziel ist es, dass die Flüchtlinge selbständig ihr Leben in Zeven und Umgebung führen können. „ Ideal wäre es, wenn jemand bis zu 2x in der Woche zu festen Zeiten bei den Familien bzw. Wohngemeinschaften vorbei schaut, nach dem Befinden fragt und Fragen seitens der Bewohner beantwortet“, sagt Saskia Hilken-van der Pasch von der Steuerungsgruppe. Sie beschreibt auch die Inhalte der Fragen, die zum Beispiel die Funktion von Elektrogeräten, den Umgang mit Heizung und Lüftung, Mülltrennung und Abfuhrtermine oder öffentliche Verkehrsmittel betreffen. Die Besuche sind übrigens eine gute Gelegenheit für die Flüchtlinge, um die deutsche Sprache zu üben. Fragen, die die Ansprechpartner nicht sofort beantworten können, werden notiert und an das Netzwerk weitergeleitet. Dies kann zum Beispiel bei Arzt- oder Behördenbesuchen mit Dolmetschenden behilflich sein, bei Reparaturen im Haus oder am Fahrrad unterstützen und in den geeigneten Deutschunterricht oder in Freizeitaktivitäten vermitteln.
Die Asylsuchenden haben einen langen und beschwerlichen Fluchtweg hinter sich gebracht und freuen sich, dass sie endlich in Ruhe und Frieden leben können. In Deutschland erleben sie eine für sie unbekannte Sprache und eine fremde Kultur. Hilfe bei der Eingewöhnung ist hier erforderlich. Zurzeit haben in der Stadt Zeven nur einige Wohngemeinschaften einen eigenen Ansprechpartner bzw. eine Vertrauensperson, die sich um ihre Belange kümmert. Das Netzwerk „Zeven ist bunt“ möchte gerne allen Familien und Wohngemeinschaften eine eigene Vertrauensperson zur Verfügung stellen können, um eine zügige und effektivere Integration zu ermöglichen. Das Netzwerk wünscht sich dringend Unterstützung in diesem Bereich. „Es ist eine wertvolle, dankbare Arbeit mit bereichernden Begegnungen, die neue und interessante Erkenntnisse aus anderen Kulturen mit sich bringt“, so Saskia Hilken-van der Pasch. Wer sich als Ansprechpartner, gerne auch im Team, für eine Flüchtlingsfamilie oder Wohngemeinschaft einsetzen möchte, meldet sich bei Gwendolyn Stort, Tel. 04281 80444, E-Mail gwendolyn.stort@zeven.de.



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