Zeven

01.03.2016 / Ausstellung der Collagen von Gerd Schnakenwinkel vom 6. März bis 29. Mai 2016


Vielschichtige Collagen, zusammengefügt aus vorgefundenen Materialien, handgeschöpfte Papiere, Holz, Metall und vieles mehr werden in der Frühlingsausstellung der Städtischen Galerie in Zeven gezeigt.


Außerdem pastöse Materialbilder aus Sand und Spachtelmasse, die allesamt von der stofflichen Struktur und Materialität der Oberflächen leben. Sie regen an, mit den Augen auf Entdeckungsfahrt zu gehen, wobei sich schon bald vorhandene Materialien, Wiedererkennbares und Fantasie mit Empfindungen und Assoziationen vermischen.
Für Gerd Schnakenwinkel wurde nach einer künstlerischen Ausbildung an der PH Bielefeld (1962-1965) zunächst die Fotografie zum eigenen künstlerischen Schwerpunkt. Dies führte in den Jahren 1987 bis 2002 zum Betrieb der angesehenen Galerie für Fotografie GAFF in Rotenburg. Auch ein wissenschaftliches Studium in Biologie und Chemie schlug sich später in seiner künstlerischen Arbeit nieder.
Erst ab 2004 entdeckt Schnakenwinkel die Materialcollage als künstlerisch bildnerische Ausdrucksmöglichkeit für sich. Er sucht nach Strukturen und Oberflächen, nimmt vorgefundenes Material, kombiniert, schichtet und fügt das Ganze zu ausgewogenen Kompositionen zusammen. Es ist ein Spiel mit Formen, Farben und Materialien, ein Entdecken, Ausprobieren, Verwerfen und neu Beginnen. Das Experimentieren und der „gelenkte Zufall“ führen zu eigenwilligen, nicht vorhersehbaren Bildfindungen, in denen sich grafische Elemente und malerische Strukturen miteinander vermischen. Letzteres wurde als Folge des Biologiestudiums anhand geologischer Bodenprofile entdeckt. Deren materieller und ästhetischer Reiz führen zu eigenen Bild-Schichtungen mit Sand, Spachtelmasse und Strukturfarben. Dabei stehen Collagen und gespachtelte Materialbilder nicht nur nebeneinander, immer wieder kommt es zu Überschneidungen und Durchdringungen.
Seit Kurzem gewinnt auch die Fotografie wieder an Bedeutung. Diesmal entstehen die Bild-Collagen oder Schichtungen allerdings in digitaler Form durch Zusammenfügen von verschiedenen Fotografien oder einzelnen fotografischen Elementen. Als hochwertige Drucke, sogenannte „Fine Art Pigmentprints“ auf Hahnemühle-Büttenpapieren, werden diese vielfach noch mit Pinsel, Tusche und Aquarellfarbe nachbearbeitet. Auch hiervon werden einige Beispiele in der Ausstellung gezeigt.
Die Ausstellung wird am Sonntag, den 6. März um 14.30 Uhr eröffnet. Um 15 Uhr gibt es ein einführendes Gespräch zwischen dem Künstler und den Kurator Jan Jaap Roosing. Musikalisch wird die Eröffnung begleitet von dem dem Gitarrenquartett mit Tilman Purrucker, Heike Dieckheuer, Ute Schmidt und Andreas Gülzau. Der Eintritt ist frei.
Die Öffnungszeiten des Königin-Christinen-Hauses sind donnerstags und sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr. Schulklassen, Gruppen und Führungen sind nach Vereinbarung möglich (Tel. 04281-999 800).

Jan Jaap Roosing



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