10.02.2015 / Zeven benötigt Wohnraum für Flüchtlinge


Runder Tisch Asylarbeit hat getagt. Informationen aus Tarmstedt.

Zeven. Zu einem Runden Tisch Asylarbeit in der Samtgemeinde Zeven hatte kürzlich die Samtgemeindeverwaltung verschiedene Organisationen eingeladen, die sich in Zeven um Flüchtlinge kümmern. Zu nennen sind hier der Arbeitskreis Asyl Zeven-Selsingen, die Arbeitsgruppe Integration des Präventionsrates der Samtgemeinde Zeven, die vom Landkreis ausgebildeten Asylbegleiterinnen, die Beratungsstelle für Migranten, das Jugendzentrum Zeven, die Kirchengemeinden, die Mitarbeiterin der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe des Landkreises, das Jugendzentrum Zeven, die Volkshochschule Zeven, der Heimleiter des Flüchtlingswohnheims, das Diakonische Werk Bremervörde-Zeven, die Zevener Polizei, das Pro Aktiv Center so-wie die zuständigen Sachbearbeiter der Verwaltung. Als besondere Gäste konnten Barbara Franke-Sierig und Hans Bormann vom Freundeskreis Asyl Tarmstedt begrüßt werden.


Der für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständige Sachbearbeiter der Samtgemeinde Zeven, Heiko Meyer, begrüßte die Anwesenden des Runden Tisches und stellte kurz die aktuelle Situation mit der Unterbringung von Flüchtlingen in Zeven vor. Derzeit ist das Flüchtlingswohnheim in der Molkereistraße mit ca. 50 Einzelpersonen belegt. Weitere Familien sind bereits in Wohnungen im Stadtgebiet Zeven untergebracht. In den kommenden Wochen und Monaten müssen von der Samtgemeinde Zeven weitere 88 Personen untergebracht werden. Hierzu werden dringend Wohnungen gesucht. Diese sollten überwiegend in der Stadt Zeven sowie im Ort Heeslingen gefunden werden, da hier eine entsprechende Infrastruktur vorhanden ist, die für die Flüchtlinge wichtig ist. Wer entsprechenden Wohnraum zur Verfügung stellen kann, möge sich bitte im Rathaus Zeven bei Anja Dohrmann unter 04281-716160 oder Heiko Meyer unter 04281-716168 melden. Per Mail ist dieses unter: anja.dohrmann@zeven.de oder heiko.meyer@zeven.de möglich. Das Gleiche gilt für diverse Einrichtungsgegenstände, die benötigt werden. Spenden von gut erhaltenen und funktionstüchtigen Einzelbetten, Kleiderschränken, Kühlschränken, Waschmaschinen, Elektroherden, Tischen, Stühlen usw. werden gerne nach Ansicht vor Ort entgegen genommen.
„Die Unterbringung der Flüchtlinge muss immer recht kurzfristig erfolgen. Daher sind wir dringend auf die Mithilfe der Bevölkerung bei der Wohnungssuche angewiesen“, weiß Heiko Meyer zu berichten.
Während des Runden Tisches Asylarbeit berichteten Barbara Franke-Sierig und Hans Bormann ausführlich über die erfolgreiche Arbeit des Arbeitskreises Asyl in Tarmstedt. Dieser hat sich vor gut einem Jahr zusammengefunden. Viele Ehrenamtliche kümmern sich darum, die Flüchtlinge hier willkommen zu heißen. Etliche fungieren als Paten, geben Deutschkurse, begleiten zu Ärzten oder Behörden, richten die Wohnungen ein, besorgen- und reparieren Fahrräder usw. Eine Arbeit, die sinnvoll und notwendig ist.
Auch in der Samtgemeinde Zeven werden viele Ehrenamtliche für die Betreuung der Flüchtlinge benötigt. Bereits seit über zwei Jahrzehnten leistet hier der Freundeskreis Asyl Zeven-Selsingen eine gute Arbeit. Sie stehen als Ansprechpartner zur Verfügung, begleiten Asylbewerber und mittlerweile gibt der Vorsitzende des Freundeskreises, Hartmut-Hans Schmidt, an fünf Tagen in der Woche kostenlosen Deutschunterricht. Der Arbeitskreis Integration des Präventionsrates versucht, eine Integration der Flüchtlinge und Migranten durch das jährlich stattfindende Frühlingsfest der Kulturen zu verbessern. Auch wurde sich am Gottesdienst zur interkulturellen Woche beteiligt.
Eine ganz wichtige Arbeit leisten derzeit die beiden vom Landkreis Rotenburg (Wümme) ausgebildeten Asylbegleiterinnen Manon Habing und Marie-Jeanne Peinecke. Sie besuchen die Flüchtlinge im Flüchtlingswohnheim mehrmals die Woche und sprechen mit ihnen über ihre Probleme, begleiten zu Ärzten und Behörden, geben wichtige Informationen weiter und verfassen Briefe. Dass all dieses nicht ausreicht und es eigentlich einen Sozialarbeiter für die Kommunen sowie viele weitere Ehrenamtliche geben müsste, wird von allen Anwesenden gesehen.
„Das größte Problem für die Flüchtlinge, die zu uns kommen ist das sprachliche Problem sowie die fehlende Beschäftigung“, teilt Meyer mit. „Es wäre gut, wenn sich auch in der Samtgemeinde Zeven weitere Personen finden, die wie in Tarmstedt, Deutschunterricht erteilen und im besten Fall dieses mit einer Alphabetisierung hinbekommen. Hier könnten sich z.B. pensionierte Lehrer gut einbringen“.
Gesucht werden aber auch Menschen, die bereit sind, mit den Flüchtlingen den Tag sinnvoll zu gestalten. Arbeiten dürfen die Flüchtlinge zunächst nicht, aber es besteht immer wieder der Wunsch nach Beschäftigung, Sportangeboten, usw. Evtl. könnte man gemeinsam mit den Flüchtlingen Fahrräder reparieren, Garten anlegen, oder Ähnliches. Wer Ideen hat oder noch besser, sich ehrenamtlich auf diesem Gebiet zu beteiligen, der kann sich ebenfalls an die o.a. Mitarbeiter der Samtgemeinde Zeven wenden.
Um die neuen Einwohner der Samtgemeinde Zeven zu begrüßen und ihnen zu erleichtern, sich zurecht zu finden, ist geplant, eine entsprechende Willkommensbroschüre zusammen zu stellen, in der alle notwendigen Informationen, Adressen, Öffnungszeiten und Weiteres zu finden sind.
Sachbearbeiter Heiko Meyer erklärt gegenüber der Zevener Zeitung, dass es nicht ausreicht, die Flüchtlinge nur unterzubringen. Vielmehr müssen diese auch betreut und begleitet werden. Die Bevölkerung sollte den hier in Zeven fremden Personen nicht mit Angst und Zurückhaltung, sondern mit einer Offenheit und Freundlichkeit begegnen „Helfen Sie uns, dass die vom Land zugewiesenen Personen hier in Zeven einen entsprechenden Wohnraum bekommen und sich Willkommen fühlen können“, bittet Meyer abschließend.



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