19.05.2014 / 2. GIWO-Konzert am Sa., 07. Juni 2014

34. Zevener Gitarrenwoche

Galante und virtuose Musik für zwei Gitarren mit Olaf van Gonnissen und Heiko Ossig

Zeven. Bereits seit dem Jahr 1981 gibt es die Zevener Gitarrenwoche, bei der immer wieder interessante Künstler auftreten. Diesmal hat die Auswahlkommission für das Konzert am Samstag, den 07. Juni, zwei Gitarristen mit Vorliebe für Alte Musik vorgeschlagen. Ab 20 Uhr spielen Olaf van Gonnissen und Heiko Ossig im Rathaussaal konzertante und galante Gitarrenmusik des frühen 19. Jahrhunderts.


Olaf van Gonnissen ist Professor für Gitarre und historische Zupfinstrumente an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Er konzertiert regelmäßig in kammermusikalischen Besetzungen, ist Dozent bei diversen Meisterkursen und Festivals, Juror bei vielen internationalen Wettbewerben und Mitherausgeber der neuen Karl Scheit Gitarren Edition UE. Sein besonderes Interesse gilt der Aufführungspraxis Alter Musik. Das Repertoire seiner Solokonzerte absolvierte er auch auf historischen Instrumenten, wie Laute, Vihuela und Barockgitarre.
Der gebürtig aus Osnabrück stammende Konzertgitarrist Heiko Ossig konzertiert regelmäßig mit großem Erfolg an der Seite herausragender Künstlerinnen und Künstler. Dass er nicht ausschließlich auf klassischen Bühnen unterwegs ist, zeigen seine Auftritte u.a. im Jazzclub Reigen (Wien) und im Hot House (Chicago). Mit der Formation Four Styles trat er u.a. im Gewandhaus Leipzig, in der Philharmonie Berlin, in der Glocke Bremen und der Laeiszhalle Hamburg auf. Heiko Ossig lebt in Hamburg und unterrichtet an den Hochschulen für Musik und Theater Hamburg und Rostock.
Die Gitarre war im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert eines der beliebtesten Musikinstrumente. Die Begeisterung für das sechssaitige Instrument, das Hector Berlioz einmal als „orchestre en miniature“ bezeichnete, ging soweit, dass man in den europäischen Musikzentren von einer wahren „Guitaromanie“ berichtete. Beliebte Opernarien wurden für die Gitarre arrangiert, und Franz Schuberts Lieder mit Klavierbegleitung erschienen oftmals zuerst in der Bearbeitung für Gesang und Gitarre in Druck. Im Konzert präsentiert das Duo Olaf van Gonnissen und Heiko Ossig u. a. Joseph Kreutzers „Six Variations pour Deux Guitarres“ über das bekannte Thema „Wir winden Dir den Junfernkranz“ aus der deutschesten aller Opern, Webers „Freischütz“. Themen von Mozart in der Bearbeitung von Mauro Giuliani (Titus Ouverture) oder Carulli, bzw. eine Bearbeitung eines Streichquartetts von Joseph Haydn und Fernando Sors „Souvenir de Russie“, gespielt auf originalen Instrumenten des frühen 19. Jahrhunderts, runden das Programm ab.
„Allein der Schluss des Konzerts hätte den Besuch im Marstall gelohnt. Mit Innigkeit, tiefer Musikalität und unübersehbarer Liebe zu ihren Instrumenten spielten Heiko Ossig und Olaf van Gonnissen "Souvenir de Russie". Spielen ist das falsche Wort. Die Künstler sprachen mit ihren Gitarren und miteinander. So, wie es sich der Komponist Fernando Sor gewünscht hätte und wie es nun das Publikum verzauberte. Am schönsten waren die Pianissimo-Stellen, die den Klang der historischen Instrumente leuchten ließen und bewiesen: Die Gitarre ist ein leises Instrument, aber eines, dass sehr wohl fasziniert und Menschen in die Konzertsäle lockt.“ (Hamburger Abendblatt).



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