Zeven

07.11.2013 / Rekonstruierter Betsaal im Museum Kloster Zeven


Vor 75 Jahren, am 10. November 1938 wurden auch die Zevener Juden Opfer des Novemberpogroms. In der sogenannten „Reichskristallnacht“ wurden sie verhaftet und ausgeraubt, das Haus Neugarten mit dem Synagogenraum geplündert. . Die Einrichtungsgegenstände des Synagogenraums wurden auf dem Marktplatz aufgeschichtet und öffentlich verbrannt. Ab dem kommenden Sonntag, dem 10. November 2013 wird im Museum Kloster Zeven wieder das rekonstruierte Mobiliar des Betraums zu sehen sein.



Aufgrund historischer Fotos und Dokumente rekonstruierten Schüler des Kivinan-Bildungszentrum in den Jahren 2009/2010 den historischen Betraum und fertigten Möbel und Stoffe. Das Ensemble wird ergänzt durch eine Dokumentation über die jüdischen Familien aus Zeven, ihr Schicksal und die Geschehnisse der Pogromnacht vor 75 Jahren. Vor drei Jahren wurde diese Ausstellung zum ersten Mal gezeigt. In der Zwischenzeit wanderte das Mobiliar nach Polen, nach Ilawa. Aus diesem Ort mit dem früheren Namen Deutsch-Eylau stammte das ursprüngliche Synagogenmobiliar. 1936 war dort die Synagogengemeinde aufgelöst die Einrichtungsgegenstände nach Zeven gegeben worden. Im Hause Neugarten wurde der Betraum eingerichtet und am 28. Februar 1938 feierlich eröffnet. Dies war wahrscheinlich der letzte Synagogenraum, der in Deutschland vor dem Krieg neu geschaffen wurde. Er existierte keine zwei Jahre und wurde am 10. November 1938 zerstört. Jetzt ist das rekonstruierte Mobiliar wieder nach Zeven zurückgekehrt und wird anlässlich des 75. Jahrestags der Pogromnacht im Museum Kloster Zeven gezeigt.
Öffnungszeiten Do. und So. 14.30-17.30 Uhr, für Gruppen auch nach Vereinbarung. Weitere Informationen: 04281/999800



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