Zeven

22.08.2013 / Geschichtsvortrag am 23. August 2013: „...ein arabischer Montesquieu?“

23.08.2013, 19.00 Uhr im Königin-Christinen-Haus in Zeven
„...ein arabischer Montesquieu?“ Ibn Khaldun (1332-1406) und die Betrachtungen zur Weltgeschichte


"Hohe Steuern werden zur Tradition, und niemand weiß, wer sie erhöht hat. Dadurch sinkt das Interesse der Leute an wirtschaftlicher Aktivität, und die Steuereinnahmen verringern sich." Dieser Satz stammt nicht etwa aus dem Wahlkampfprogramm einer wirtschaftsliberalen Partei zur Bundestagswahl, sondern wurde vor über 600 Jahren von dem arabischen Gelehrten Ibn Khaldun niedergeschrieben. Der islamische Historiker und Politiker steht im Mittelpunkt des nächsten Vortrags in der Reihe der „Zevener Geschichtsvorträge“, der am kommenden Freitag, 23.08.2013 um 19 Uhr im Zevener Königin-Christinen-Haus stattfindet.


Ibn Khaldun hatte ein bewegtes Leben. Geboren 1332 in Tunis, war er an verschiedenen Höfen in Nordafrika und Spanien tätig, bevor er 1406 in Kairo starb. Er entstammte einer adeligen Familie und genoss eine exzellente Ausbildung bei den besten Lehrern Nordafrikas, bekleidete hohe politische Ämter und betätigte sich als Historiker. Zeit seines Lebens arbeitete er an seinem Hauptwerk, den weltgeschichtlichen Betrachtungen. Hierbei geht er über eine beschreibende Geschichtsschreibung weit hinaus, sondern stellt immer wieder die Frage nach den Ursachen historischer Entwicklungen, welche er gesellschaftlichen, kulturellen, klimatischen und anderen Faktoren zuordnet. In seiner aufklärerischen Denkweise war er den spätmittelalterlichen Zeitgenossen in Europa um Jahrhunderte voraus. Er analysierte gesellschaftliche und soziale Konflikte und sah die Staatsverschuldung als eine der Ursachen für den Niedergang von Gesellschaften. In Zeiten von „Schuldenkrise“ und Islamismus-Debatte ist dieser arabische Aufklärer mit scharfem Verstand heute noch und wieder aktuell.
Mehr erfahren Interessierte am kommenden Freitag um 19 Uhr im Königin-Christinen-Haus. Die Veranstaltung wird von der vhs Zeven und dem Museum Kloster Zeven in Kooperation mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig durchgeführt.



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