28.05.2013 / „Ich schenke dir mein Chlorophyll“ Ausstellungseröffnung am 2. Juni 2013


Eine Ausstellung von Werner Henkel im Königin-Christinen-Haus, Zeven

Werner Henkel spricht mit Blättern, Bäumen und Gräsern, mit Blüten, Ranken und Zweigen. Die Natur ist Material, Thema und Raum seiner Kunst. Es ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit den ästhetischen Phänomenen in der Natur und eine Annäherung an ihre Energien, Ausdrucksformen und wandelnden Gestalt. Es ist aber auch eine Auseinandersetzung mit ökologischen Fragen und wissenschaftlichen Arbeitsweisen vom Standpunkt der Kunst aus. Henkel selbst spricht von „Kunst als Erkenntnisprozess“.


„Ich schenke dir mein Chlorophyll“ könnte als Hinweis auf die Abhängigkeit des Menschen von der Natur gedeutet werden. Ist es doch das Pflanzengrün, welches im Sonnenlicht durch Photosynthese Sauerstoff bereitet und uns Menschen die Luft zum Atmen schenkt.
Der 1956 in Hamburg geborene Künstler wohnt seit seinen Studienzeiten in Bremen. Seit 1984 ist er freischaffend tätig, 1986 erhielt er als Auszeichnung die Künstlerförderung der Stadt Bremen. Der Reaktorzwischenfall 1988 im Kernkraftwerk Stade brachte ihn dazu, seine künstlerische Arbeit mit umweltpolitischem Engagement zu verbinden. Seitdem steht die Natur im Fokus seiner Kunst. In den Jahren 1990-92 war Henkel künstlerischer Mitarbeiter der Ökologiestation Bremen. In dieser Zeit entwickelte er die Konzeption für seine NaturArte-Seminare: Kunst im Dialog mit der Natur, wofür er 2002 mit dem Gräfin-Bernadotte-Preis ausgezeichnet wurde.
In seinen Werken lotet er die Schönheit und Vergänglichkeit der Natur sowie die Verletzlichkeit der Mensch-Natur-Beziehung aus.
Im Königin-Christinen-Haus sind unter anderem seine „Grünschnitte“ zu sehen. Bei diesen scherenschnittartig-verarbeiteten getrockneten Blättern tauchen menschliche und tierische Figuren auf, wie bei dem hier abgebildeten Maisblattschnitt „Frau“. Es wird aber auch mit anderen Materialien wie Blüten, Gräsern und Erde, Fruchtschalen, Insektenflügel oder ein gefundenes Wespennest gearbeitet. Die Linienführung von Stängeln, die Konturen von Blüten und Blättern können bei Werner Henkel zu graphischen Zeichen werden oder auf bearbeitetes Papier zu Bildern verschmelzen.
„Natur selbst ist gegenwärtig immer auch kulturell überformte, sozial konstituierte Natur. So führt die künstlerische Auseinandersetzung mit der Natur zur Reflexion über den menschlichen Zugriff auf Natur und ihre gesellschaftliche Nutzung und Vernutzung“, sagt Werner Henkel.
Zur Eröffnung am 2. Juni spricht der Kulturjournalist Dr. Rainer Beßling die einführenden Worte. Geöffnet ist ab 14.30 Uhr, der Beginn ist pünktlich um 15 Uhr. Anschließend (ab 16 Uhr) gibt es ein Serenadenkonzert mit Violine, Violoncello, Querflöte und Gitarre. Bei gutem Wetter draußen im Skulpturengarten hinter dem Königin-Christinen-Haus.

Jan Jaap Roosing



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